Millionen-Förderung für Projekt zur Rolle von Vitamin D für Herz-Kreislauf-System

Darüber hinaus wollen sie innovative Strategien für die Nahrungsmittelproduktion entwickeln, um die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung zu verbessern sowie den nachhaltig wirtschaftenden Sektor Binnenfischerei und Aquakultur zu stärken. Das Bundministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das am 1. Juli 2010 startende Projekt insgesamt mit rund 1,4 Millionen Euro.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und trägt den Titel „Vitamin D und kardiovaskuläre Gesundheit – von experimenteller und epidemiologischer Evidenz zu innovativen Lebensmitteln“. Neben der Arbeitsgruppe Humanernährung unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Stangl ist an der MLU auch die Arbeitsgruppe Lebensmittelchemie beteiligt, die Prof. Dr. Marcus Glomb leitet. Weitere Projektpartner sind das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow. Als Industriepartner sind die Fischerei Müritz-Plau GmbH in Waren an der Müritz und die Chromsystems Instruments & Chemicals GmbH in München dabei.

„Die unzureichende Versorgung mit Vitamin D gehört in Deutschland zu den bedeutendsten Ernährungsproblemen mit hohem gesundheitlichem Risiko“, sagt Projektkoordinatorin Gabriele Stangl. „Neuere Daten lassen vermuten, dass eine verminderte Vitamin-D-Zufuhr nicht nur die Knochengesundheit beeinträchtigt, sondern auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. In Deutschland existieren derzeit allerdings nur wenige konzertierte Aktionen, die sich der Erforschung von Vitamin D und seiner Rolle für die kardiovaskuläre Gesundheit widmen sowie innovative Lösungsansätze zur Verbesserung der Vitamin-D-Versorgung aufzeigen.“

Fisch sei derzeit die Hauptquelle des Vitamins D in unserer Nahrung. „Da Empfehlungen zu höherem Verzehr von Fisch aus Wildbeständen ökologisch kaum mehr vertretbar sind, können Fische aus der Binnenfischerei, besonders der Aquakultur, eine umweltverträgliche und nachhaltige Alternative darstellen.“ Der Kenntnisstand zum Vitamin-D-Gehalt von Binnenfischen sei aber unzureichend. Vermutlich enthielten diese Fische deutlich weniger Vitamin D. „Daher sollen innovative biotechnologische Konzepte zur Erhöhung des Vitamin-D-Gehaltes erarbeitet werden.“

Mit dem neuen Verbundprojekt wollen die beteiligten Wissenschaftler der Vitamin D-Forschung in Deutschland einen starken Impuls geben. „Wenn es gelingt, Fisch aus Binnengewässern im Vitamin-D-Gehalt zu erhöhen, könnte die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung durch ein natürliches Lebensmittel aus ökologisch nachhaltiger Produktion verbessert werden“, führt Gabriele Stangl aus. „Gleichzeitig wäre dies ein Beitrag zur Senkung kardiovaskulärer Risikofaktoren. Und mit der ernährungsphysiologischen Aufwertung von inländisch erzeugten Fischprodukten würde auch der gesamte Wirtschaftszweig Binnenfischerei und Aquakultur ökonomisch gestärkt werden.

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Gabriele Stangl
Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften
Telefon: 0345 55 22 707

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