Medikament senkt Risiko von HIV-Infektionen

Truvada, ein Medikament das zur Behandlung von HIV-positiven Patienten eingesetzt wird, könnte homosexuelle und bisexuelle Männer vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen.

Zu diesem Ergebnis ist ein Forscherteam unter der Leitung von Robert M. Grant von den Gladstone Institutes gekommen.

Ansteckungsrisiko reduziert

Geht es nach den Tests mit fast 2.500 Männern, kann durch Truvada die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Mann zu Mann um 44 Prozent verringert werden. Eine regelmäßige Einnahme sollte das Risiko einer Ansteckung noch weiter reduzieren. Details der Studie wurden im New England Journal of Medicine http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1011205 veröffentlicht.

Truvada besteht aus zwei antiretroviralen Medikamenten, die bereits zur Behandlung von Aids eingesetzt werden. Im Rahmen der aktuellen Studie wurde untersucht, ob durch die Einnahme auch eine Infektion verhindert werden kann. Die Teilnehmer stammten aus Peru, Ecuador, Brasilien, Südafrika, Thailand und den USA. Eine Hälfte erhielt das Medikament, die andere ein Blindpräparat. Zusätzlich wurden Kondome und Beratung zu Safer Sex angeboten.

Regelmäßige Einnahme

Nach einem Jahr zeigte sich bei einem Vergleich der beiden Gruppen, dass das Medikament die Übertragung von HIV um 44 Prozent zu senken scheint. Bei regelmäßiger Einnahme verringerte sich das Risiko um bis zu 73 Prozent. Bluttests wurden durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und dem Ausmaß des Schutzes zu überprüfen.

Die Studie wurde von der Bill & Melinda Gates Foundation http://www.gatesfoundation.org und dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) http://www.niaid.nih.gov finanziert. Das Medikament stellte das Pharmaunternehmen Gilead http://www.gilead.com zur Verfügung.

Frauen und heterosexuelle Männer

Anthony Fauci, der Direktor von NIAID, erklärte gegenüber der BBC, dass weitere Studien notwendig sind. Es müsse untersucht werden, ob wie erwartet ähnliche Ergebnisse bei Frauen und heterosexuellen Männern erzielt werden können. Zusätzlich sei zu überprüfen, ob es langfristig zu einer Toxizität kommen kann. Ein Problem sind die Kosten des Medikaments. Eine Tagesdosis kostet in den USA rund 36 Dollar. Fauci argumentiert, dass die beiden Gruppen voll randomisiert waren und das Medikament nur eine unterstützende Rolle in der Bekämpfung von HIV übernehmen kann.

Media Contact

Michaela Monschein pressetext.redaktion

Weitere Informationen:

http://www.gladstone.ucsf.edu

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Wie Lymphknoten mit Blut versorgt werden

Droht eine Infektionskrankheit, läuft unser Immunsystem auf Hochtouren: Es setzt Antikörper, weiße Blutkörperchen und Fresszellen in Bewegung. Doch wie das funktioniert, ist noch nicht komplett verstanden – etwa bei den…

Programmierbare Laserstrahlen sparen mehr als 30 Prozent Energie

Neue Freiheiten eröffnen sich in der Lasermaterialbearbeitung: Mit einem Flüssigkristall-Modulator lässt sich das Strahlprofil eines Lasers zeitlich hochaufgelöst frei programmieren. Der Strahl kann auch in identische Kopien aufgeteilt werden. Zusammen…

Soziale Kompetenz für autonome Autos

KI-System deutet Fußgängerverhalten, um Interaktion zwischen Auto und Passanten zu ermöglichen. Autofahren ist mehr als Gas geben, lenken und bremsen: Eine entscheidende Rolle spielt die Verständigung mit anderen Verkehrsteilnehmern. Das…

Partner & Förderer