Herzschwäche bei alten Menschen: Grundsätzlich sind alle Therapien möglich

Diagnostik und Therapie sind komplex, weil ältere Menschen häufig unter zusätzlichen Erkrankungen leiden. „Beim alten Menschen ist meist nicht nur ein Organ krank“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie am St. Vinzenz Hospital Köln, im Vorfeld des gemeinsamen Gerontologie- und Geriatriekongresses vom 12. bis 15. September in Bonn.

Grundsätzlich gelten aber bei der medizinischen Versorgung von geriatrischen Patienten mit Herzinsuffizienz die gleichen Prinzipien wie bei jüngeren Patienten. Alle invasiv therapeutischen Verfahren bis hin zu herzchirurgischen Eingriffen können ebenso wie alle medikamentösen Therapieformen eingesetzt werden.

Begleiterkrankungen berücksichtigen
Nicht nur weitere Begleiterkrankungen müssen bei Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden, auch Zustände mit mehreren Herzerkrankungen sind häufig, zum Beispiel zeigen Ältere oft hochgradige Aortenklappenverengungen. Die Kombination einer koronaren Herzerkrankung mit einem Klappenfehler und Rhythmusstörungen ist ebenfalls häufig bei älteren Patienten anzutreffen. Wichtig ist außerdem, die vom Patienten eingenommenen Arzneimittel in die Therapiestrategie einzubeziehen.

Herzinsuffizienz auf dem Gerontologie- und Geriatriekongress Bonn 2012
Fehske leitet auf dem Kongress zusammen mit dem Direktor der Kardiologie im Herzzentrum der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Erland Erdmann, ein Exzellenzsymposium zur Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz bei älteren Patienten. Ein Schwerpunkt liegt bei der möglichst vollständigen nichtinvasiven Differenzierung der unterschiedlichen im Alter anzutreffenden Ursachen und Kombinationen einer Herzinsuffizienz.

Referenten sind neben Fehske und Erdmann Prof. Dr. Thorsten Wahlers, Direktor der Herzchirurgie im Herzzentrum der Uniklinik Köln, und Prof. Dr. Dietlind Zohlnhöfer-Momm, Charité Berlin.

Gerne vermitteln wir Ihnen einen Interviewtermin.

Exzellenz-Symposium 2: Herzinsuffizienz – besondere diagnostische und therapeutische Herausforderungen
Donnerstag 13. September 11.00 bis 12.30 Uhr

Außerdem:
Herzinsuffizienz – gibt es eine Evidenz?
Mittwoch 12. September 17.00 bis 18.30 Uhr

Pressekonferenz am Donnerstag 13. September 12.00 Uhr
Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) lädt Journalisten am Donnerstag den 13. September um 12.00 Uhr zu einer Pressekonferenz ein.
Die Themen:
• Demenz im Krankenhaus: Welche Schritte sind aus Sicht der Altersmedizin nötig sind, um die Versorgung von Demenzkranken in Akutkrankenhäusern zu gewährleisten?
Ansprechpartner: DGG-Präsident Priv.-Doz. Dr. Werner Hofmann, Bad Bramstedt
• Vitamin D, Eiweiß und Co: Welche Ernährung alte Menschen brauchen
Ansprechpartner: Der Kongresspräsident und künftige Präsident der DGG, Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz, Köln.
• Arzneimitteltherapie im Alter: Was nützt und was schadet?
Ansprechpartner: Dr. Ulrich, Thiem, Bochum. Dr. Thiem ist Mitautor der sogenannten PRISCUS-Liste, die Arzneimittel enthält, die für alte Menschen problematisch sind.
• Besonders für Bildjournalisten interessant: Zum Thema Ernährung und Arzneimittel stellt die DGG einen so genannten Instant-Aging-Anzug bereit. Spontan um 50 Jahre gealtert, wird deutlich, was „Gebrechlichkeit“ bedeutet und welche Probleme alte Menschen mit Tablettenverpackungen und Medikamentenzubereitungen haben können.

Hintergrundinformationen zum Geriatriekongress Bonn2012
Vom 12. bis 15. September 2012 findet im World-Conference Center in Bonn, dem ehemaligen Bundestag, das im deutschsprachigen Raum größte Treffen zum Thema Krankheit und Gesundheit im Alter statt.

Der Titel des Kongresses ist Programm: „Alternsforschung: Transnational und translational“. „Gemeinsam schlagen wir auf dem Kongress eine Brücke zwischen klinisch-praktischer Arbeit und Forschung in der Altersmedizin“, sagte der Präsident elect der DGG und Kongresspräsident Prof. Dr. Ralf-Joachim Schulz aus Köln. Die DGG veranstaltet den Kongress gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V. (DGGG), der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie (SGG SSG) sowie der Schweizerischen Fachgesellschaft für Geriatrie (SFGG).

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