Herzerkrankung bei Mäusen gestoppt

US-amerikanische und deutsche Wissenschaftler haben das Fortschreiten einer Herzkrankheit bei Mäusen zum Stehen gebracht und sogar einige ihrer Auswirkungen wieder rückgängig machen können.

Die im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie liefert konkrete Beweise dafür, dass die microRNA – winzige Stücke genetischen Materials – eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen kann. Der neue Behandlungsansatz konzentriert sich auf die microRNA in Herzzellen und blockiert diese. Der US-microRNA-Experte Eric Olson von der University of Texas Southwestern Medical Center betonte, dass Tests an menschlichen Patienten in wenigen Jahren möglich sein sollten.

Die Bedeutung der microRNA für Herzerkrankungen und eine Reihe anderer Beschwerden wurde bereits zuvor von einigen Wissenschaftlern erkannt. Die microRNA reguliert die Aktivität der Gene. Da viele verschiedene Arten von microRNA in einer Zelle vorkommen, arbeitet die Forschung derzeit daran herauszufinden, welche die wichtigste Rolle spielen. Für die aktuelle Studie konzentrierten sich die Wissenschaftler auf microRNA-21 und ihre Rolle bei einer bestimmten Art von Herzzellen, den so genannten kardialen Fibroblasten. Sie helfen, die Struktur des Organs festzulegen und spielen eine wichtige Rolle bei der fortschreitenden Vernarbung, die bei einer Erkrankung die Funktion des Organs entscheidend beeinträchtigen kann. Bis vor kurzem ging die Wissenschaft davon aus, dass dieser Prozess irreversibel ist.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Zellen in einem kranken Herzen größere Mengen microRNA enthalten und brachten sie mit einer chemischen Signalübertragung in Zusammenhang, die zur charakteristischen Schädigung des Gewebes führt. Bei Mäusen wurde eine Chemikalie eingesetzt, die microRNA-21 blockiert. Es zeigte sich, dass nicht nur diese Signalübertragung unterbrochen wurde, sondern dass sich auch die Herzfunktion der Tiere verbesserte. Damit sei laut den Wissenschaftlern das Potenzial dieses Ansatzes für die Entwicklung neuer Medikamente bewiesen.

Media Contact

Michaela Monschein pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.utsouthwestern.edu

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der „Humanmedizin“. zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Innovationstage 2020: Über 100 Innovationsprojekte digital erleben

Anmeldungen zu den Online-Workshops der diesjährigen digitalen Innovationstage sind vom 05. bis 13. Oktober 2020 möglich. Die Workshops finden am 20. und 21. Oktober statt und bieten Vernetzung zu Klimawandel,…

Fraunhofer IPA präsentiert Desinfektionsroboter »DeKonBot«

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hat das Stuttgarter Forschungsinstitut in kurzer Zeit den Prototyp eines mobilen Reinigungs- und Desinfektionsroboters entwickelt. Er fährt selbstständig zu potenziell kontaminierten Objekten wie Türgriffen,…

Kleine Helfer für die Metallgewinnung

Freiberger Forscher nutzen bakterielle Laugung zum Recycling von Elektroschrott Biohydrometallurgen der TU Bergakademie Freiberg haben erstmals nachgewiesen, dass die Laugung mit Hilfe von Bakterien auch beim Recycling von Elektroschrott zur…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close