Gentherapie lässt Mäuse wieder riechen

Gentherapie hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung der University of Michigan eingesetzt, um den Geruchssinn bei Mäusen wiederherzustellen, die ohne ihn auf die Welt gekommen waren, berichtet die BBC. Die Tiere litten unter einer genetischen Erkrankung, die die Flimmerhärchen beeinträchtigt. Diese mikroskopisch kleinen Härchen ermöglichen das Erkennen von Chemikalien in der Luft.

Flimmerhärchen wichtig

Die Forscher hoffen in einem Bericht der Nature Medicine http://nature.com/nm , dass ihre Forschungsergebnisse eines Tages einen neuen Behandlungsansatz bei Erkrankungen ermöglichen, die die Flimmerhärchen betreffen. Die Folge derartiger Erkrankungen können Erblinden, Taubheit und Nierenerkrankungen sein.

Viele Zellen des menschlichen Körpers verfügen über Flimmerhärchen. Eine Reihe von genetischen Erkrankungen, sogenannte Ziliopathien, führen zu Beschädigungen der winzigen Härchen. Die Folgen können tödlich sein oder zu schweren Beeinträchtigungen führen. Ein Symptom kann ein Leben ohne Geruchsinn sein. Verantwortlich dafür ist eine angeborene Anosmie.

Breites Anwendungspotenzial

Die Experten konzentrierten sich in ihrer Studie auf Mäuse, die über eine Mutation des Gens Ift88 verfügten. Die Folge dieser Mutation waren Probleme bei der Bildung der Flimmerhärchen und das Fehlen des Geruchssinns. Ein neu erschaffener Virus war in der Lage, die Zellen mit einer funktionierenden Version des Gens Ift88 zu infizieren. Das Virus wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen in die Nase injiziert.

So gelang es die Flimmerhärchen und damit auch den Geruchssinn wiederherzustellen. Philip Beales vom University College London http://ucl.ac.uk , einer der Autoren der Studie, sieht es als erwiesen an, dass dieses Gen wieder in Zellen eingebracht werden kann, wodurch in der Folge das richtige Protein produziert wird. Somit könnten wieder Flimmerhärchen entstehen, die auch wie erwartet funktionieren.

Laut Beales waren die Mäuse wieder in der Lage, ihren Geruchssinn bei der Suche nach Futter einzusetzen. Die Mediziner hoffen nun, dass ein ähnlicher Ansatz auch bei anderen Symptomen der Krankheiten eingesetzt werden kann. Laut James Battey, Direktor des US National Institute on Deafness and Other Communications Disorders http://www.nidcd.nih.gov , das die Studie teilweise finanziert hat, erklärte, könnten diese Ergebnisse zu einer der ersten therapeutischen Optionen für die Behandlung von Menschen mit einer angeborenen Anosmie führen.

Ansprechpartner für Medien

Michaela Monschein pressetext.redaktion

Weitere Informationen:

http://www.umich.edu

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