Fit statt fett: Vorbeugung von Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen

Laut einer Studie, dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS), sind etwa neun Prozent der Kinder in Deutschland übergewichtig und weitere sechs Prozent sogar fettleibig. Wie man mit Bewegung bei jungen Menschen Übergewicht vorbeugen und Fettleibigkeit behandeln kann, sind Themen der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Stuttgart. Die Jahrestagung der DDG findet vom 12. bis 15. Mai 2010 im Internationalen Congress Center Stuttgart statt.

Viele Kinder verbringen ihre Zeit lieber vor Fernseher oder Computer, als sich auf dem Spielplatz auszutoben und sind heute körperlich weniger fit als ihre Eltern im gleichen Alter. „Die Fitness der 10-Jährigen hat zwischen 1980 und 2000 um zehn bis zwanzig Prozent abgenommen“, berichtet Privatdozentin Dr. med. Dr. Sportwiss. Christine Graf, Mitarbeiterin des Instituts für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule in Köln. In den 1970er Jahren waren Kinder noch drei bis vier Stunden am Tag an der frischen Luft. Heute sind Sportmediziner schon froh, wenn Kinder sich eine Stunde am Tag bewegen. Laut US-Studien hat außerdem jeder siebte fettleibige Teenager bereits ein metabolisches Syndrom. Diese Stoffwechselstörung mit erhöhten Werten von Blutzucker und Blutfetten, einem Bluthochdruck und Übergewicht, ist eine Vorstufe des Diabetes. Bei schlanken Teenagern hingegen finde man ein metabolisches Syndrom sehr selten, so Graf.

Ihr Rezept gegen Gewichts- und Gesundheitsprobleme von Kindern ist die Förderung sportlicher Aktivitäten. Diese sollte möglichst früh beginnen, am besten im Vorschulalter, und sie sollte das gesamte familiäre Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen einbeziehen, fordert Graf. Ein höheres Risiko für Übergewicht haben unter anderem Kinder mit Migrationshintergrund und solche aus ärmeren Familien.

Die gezielte Förderung von Bewegung ist auch der Schlüssel im Therapiekonzept für adipöse, also stark übergewichtige, Kinder und Jugendliche. „Eine bewegungsreiche Alltags- und Freizeitgestaltung kann den Gesamtenergieumsatz deutlich steigern und das Gewicht verringern“, betont Dr. sportwiss. Robert Jaeschke, Bewegungs-therapeut der Fachkliniken Wangen. Bewegungstherapeutische Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas sollten jedoch immer in ein multidisziplinäres Therapiekonzept mit medizinischen, ernährungstherapeutischen, psychologischen und psychotherapeutischen Maßnahmen integriert werden, so der Sportwissenschaftler. Ziel ist, die jungen Patienten zu regelmäßigem Sport-Training hinzuführen, aber auch ihre Alltagsaktivitäten zu steigern und inaktive Verhaltensweisen, insbesondere den Medienkonsum, zu senken.

Welche Präventionsmaßnahmen für Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen sinnvoll sind, diskutieren Experten während der 45. Jahrestagung der DDG vom 12. bis 15. Mai 2010 in Stuttgart.

Terminhinweis:

Symposium:
Bewegung in Prävention und Therapie bei Kindern und Jugendlichen
Donnerstag, 13. Mai 2010, von 16.30 bis 18.00 Uhr
Saal Minkowski des Internationalen Congresscenters Stuttgart (ICS)
Messepiazza, 70629 Stuttgart
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle 45. DDG-Jahrestagung
Julia Hommrich
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 423, Fax: 0711 8931 167
Hommrich@medizinkommunikation.org

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Beate Schweizer idw

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