Fungizid zerstört Zellen des Immunsystems

Beweis im Labor aber keine Bestätigung für letale Wirkung beim Menschen

Das Fungizid Triphenyl-Zinn schädigt menschliche Killerzellen des Immunsystems. Das ist das Ergebnis einer Studie der Tennessee State University in Nashville, die auf dem 223. Treffen der American Chemical Society in Orlando, Florida, vorgestellt wurde.Triphenyl-Zinn wurde in Fisch bzw. Meeressedimenten gefunden und hat sich bei Nagetieren als kanzerogen erwiesen, berichtet das Fachmagazin New Scientist.

Das Team um die Biochemikerin Margaret Whalen setzte die so genannten Killer-T-Zellen, die gewöhnlich kanzerogene und abnorme Zellen zerstören, dem Fungizid aus. Anschließend maßen die Forscher das Potenzial der Zellen, isolierte menschliche Leukämiezellen zu zerstören. Nach rund einer Stunde verloren die T-Zellen zwischen 50 und 60 Prozent ihrer Zerstörungskraft. Als noch wichtiger erachten die Biochemiker aber, dass die Killerzellen selbst nach der Entfernung von Triphenyl-Zinn ihre ursprüngliche, für abnorme Zellen tödliche Funktion nicht mehr zurück gewannen. „Die Zellen sind unfähig, Leukämiezellen zu zerstören“, so Whalen.

Die Biochemikerin kann ein gesundheitliches Risiko für Menschen, die mit dieser Substanz arbeiten, weder bestätigen noch ausschließen. Sie vermutet, dass in der Landwirtschaft tätige Personen auf dem Feld einer geringeren Konzentration als im Labor ausgesetzt sind. Im nächsten Schritt will Whalen den Triphenyl-Zink-Gehalt im Blut jener Menschen messen, die regelmäßig mit der Substanz in Berührung kommen.

Media Contact

Sandra Standhartinger pte.online

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close