Bessere Beweglichkeit, weniger Schmerzen

Eine innovative und schonende Operationsmethode bei schmerzhaften Schultern, die nur in wenigen Kliniken praktiziert wird, ist jetzt auch an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg etabliert worden. Dabei wird die eingerissene Muskel- und Sehnenmanschette des Schultergelenks schonend durch einen „Schlüsselloch-Zugang“ genäht; die Patienten können ihren Oberarm wieder sicher und schmerzfrei ohne Einschränkungen bewegen.

Die Einführung der Operationsmethode wurde durch einen Studienaufenthalt des Heidelberger Orthopäden Priv. Doz. Dr. Philip Kasten am ALPS Surgery Institute im französischen Annecy bei dem internationalen Spezialisten Dr. Laurent Lafosse mög-lich. Mit Hilfe eines Stipendiums in Höhe von 12.000 Euro, das die Manfred-Lautenschläger-Stiftung zur Verfügung stellte, konnte er dort drei Monate als Gastarzt und Wissenschaftler verbringen.

„Komplexe Operationen an Gelenken erfolgen heute ohne große Schnitte mit Hilfe eines Endoskops, das von außen in das Gelenk eingeführt wird“, erklärt Prof. Dr. Markus Loew, Leiter der Sektion der Schulter und Ellenbogenchirurgie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Und: „Bei ausgekugelten Schulergelenken setzen wir diese Technik schon seit Jahren erfolgreich ein.“ Der Vorteil liegt darin, dass nur kleine Hautschnitte notwendig sind und dadurch Schmerzen und Einschränkungen nach der Operation gering gehalten werden können. Diese Techniken sind nunmehr für alle großen und mittelgroßen Gelenke in der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg etabliert.

Handlungsbedarf wurde seitens der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg bei der minimal-invasiven Behandlung der „Rotatorenmanschetten-Ruptur“ gesehen. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskelsehneneinheiten, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne stabilisieren und bewegen. Die Sehnen können am Ansatz des Oberarmkopfes durch einen Unfall oder durch Abnutzung reißen; die Folgen sind Schmerzen und Kraftverlust bei der Bewegung des Armes. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen.

Bei der bislang üblichen und bewährten Operationsmethode werden Haut und Mus-kel durchtrennt, um zu der gerissenen Sehne zu gelangen und diese zu vernähen. Die Langzeitergebnisse sind gut und reproduzierbar. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Sehnen der Rotatorenmanschetten auch endoskopisch/arthroskopisch zu nähen. Mittel- und langfristige Ergebnisse dieser Verfahren zeigen, dass die klinischen Ergebnisse vergleichbar dem traditionellen Verfahren, die Beweglichkeit aber besser und die Schmerzen nach der Operation geringer sind.

Dr. Laurent Lafosse und seine beiden Partner, Dr. Bruno Toussaint und Dr. Jerome Bahuel, gehören mit jährlich 2500 Operationen am Arm in Annecy weltweit zu den Koryphäen auf diesem Gebiet. Einen großen Anteil machen mit ca. 500 Operationen arthroskopische Rotatorenmanschettennähte aus. In Heidelberg konnten mittlerweile zahlreiche Patienten mit dem neuen Verfahren erfolgreich behandelt werden.

Ansprechpartner:

Priv.-Doz. Dr. med. Philip Kasten
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Schlierbacher Landstraße 200a, 69118 Heidelberg
Tel. 0 62 21/96 5, Fax: 0 62 21/96 63 47
E-.Mail: Philip.Kasten@ok.uni-heidelberg.de

Media Contact

Norbert Dörholt idw

Weitere Informationen:

http://www.orthopaedie.uni-hd.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die…

Mehr als Muskelschwund

Forschungsnetzwerk SMABEYOND untersucht Auswirkungen der Spinalen Muskelatrophie auf Organe Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erblich bedingte neurodegenerative Erkrankung. Dabei gehen die motorischen Nervenzellen im Rückenmark und im Hirnstamm allmählich zugrunde,…

Molekulare Bremse für das Wurzelwachstum

Die dynamische Änderung des Wurzelwachstums von Pflanzen ist wichtig für ihre Anpassung an Bodenbedingungen. Nährstoffe oder Feuchtigkeit können je nach Standort in höheren oder tieferen Bodenschichten vorkommen. Daher ist je…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close