"EP Cockpit": Neue Perspektiven in der Behandlung von Herzrhythmus-Störungen

Als weltweit erstes Herzzentrum hat heute das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) das neue Elektrophysiologie-Labor „EP Cockpit“ eingeweiht. „'EP Cockpit' von Philips Medizin Systeme eröffnet völlig neue Wege in der Behandlung von Herzrhythmus-Störungen“, erklärt Prof. Dr. Roland Hetzer, Ärztlicher Direktor des DHZB, vor Repräsentanten der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. „Damit sind wir international die Nummer Eins.“

Das innovative Elektrophysiologie-Labor „EP-Cockpit“ ermöglicht erstmalig die kombinierte Darstellung einer Durchleuchtung des Herzens und einer mehrdimensionalen Schichtaufnahme des Herzens (Computer-Tomografie). „Damit bietet „EP Cockpit“ bei Herzrhythmus-Störungen unter direkter Darstellung der relevanten Herzstrukturen die Möglichkeit der Anwendung von elektrischem Strom („Ablation“) über spezielle Herzkatheter, wobei Bereiche des Herzmuskels verödet werden“, erläutert Prof. Dr. Eckart Fleck, Direktor der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie. „Damit kann die Behandlungs-Effektivität gesteigert und können Komplikationen reduziert werden – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.“

Herzrhythmus-Störungen reichen von gelegentlich auftretenden Unregelmäßigkeiten bis hin zu lebensgefährlichen Formen, die ohne sofortige Behandlung den plötzlichen Herztod herbeiführen können. Häufigste Form ist das Vorhofflimmern: Ein Drittel aller Schlaganfälle sind darauf zurückzuführen. In Deutschland sind Schätzungen zufolge mehr als eine Million Menschen von Vorhofflimmern betroffen, mit steigender Tendenz. Im Jahr 2006 hat diese Krankheit eine Kostenbelastung von etwa 680 Millionen Euro verursacht.

Zuletzt hat sich die Verödung der Entstehungsorte für Herzrhythmus-Störungen als therapeutische Maßnahme etabliert. Ziel der Verödung ist eine elektrische Trennung von der regulären Erregungsausbreitung im Herzen. Es handelt sich um ein technisch sehr anspruchvolles und zeitintensives Verfahren, welches eine genaue Vorstellung der anatomischen Gegebenheiten seitens des Untersuchers voraussetzt. „Eine wesentliche Einschränkung dieses Verfahrens war jedoch in der Vergangenheit, dass die Ablation ohne direkte Darstellung der verschiedenen Strukturen des Herzens erfolgen musste“, berichtet Prof. Fleck. „Die Fusionsbildgebung des „EP-Cockpit“ ermöglicht jetzt neue Wege in der Therapie Herzrhythmusstörungen: Die Überlagerung („Overlay“) zum Beispiel eines aus der Computertomographie rekonstruierten linken Vorhofs mit dem Durchleuchtungsbild während des Eingriffes zeigt die Position aller Katheter im linken Vorhof in Bezug auf die anatomischen Strukturen in Echtzeit.“

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Eckart Fleck
Deutsches Herzzentrum Berlin (DHZB)
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel.: 030 / 45932 – 400

Media Contact

Christiane Limberg idw

Weitere Informationen:

http://www.dgk.org

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close