Sportmedizinische Prävention und Rehabilitation


Stiftung Deutsche Hochgebirgsklinik Davos und Universität Mainz gründen Institut für Sportmedizinische Prävention und Rehabilitation

Kooperationsvereinbarung am 7. Dezember unterzeichnet / Institut realisiert wissenschaftlich fundierte, therapeutisch progressive und arbeitsmarktgerechte Ausbildung


Angesichts der zunehmenden Zahl chronischer Erkrankungen der Atmungsorgane wie Asthma, Bronchitis und Lungenemphyseme wollen die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Stiftung Deutsche Hochgebirgsklinik Davos ihre Zusammenarbeit durch die Gründung eines Instituts für Sportmedizinische Prävention und Rehabilitation weiter vertiefen. Der Präsident, Prof. Dr. Josef Reiter, und Prof. Dr. Klaus Jung vom Fachbereich Sport der Universität Mainz unterzeichnen mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Michael Schmitz und dem Geschäftsführer der Deutschen Hochgebirgsklinik Davos, F. Alemany, in der Deutschen Botschaft in Bern das Kooperationsabkommen, mit dem das neue Institut gegründet wird. Durch diese Zusammenführung der akademischen und der rehabilitationsmedizinischen Einrichtungen wird eine gleichermaßen wissenschaftlich fundierte, therapeutisch progressive und arbeitsmarktgerechte Ausbildung der Studenten realisiert. Dabei kann auf die langjährige enge Zusammenarbeit des Sportmediziners Professor Jung und des Ärztlichen Direktors der Deutschen Hochgebirgsklinik Davos, Dr. Schmitz, aufgebaut werden.

Chronische Erkrankungen der Atmungsorgane zählen heute zu den großen Volkskrankheiten. Trotz verbesserter Diagnostik und medikamentöser Therapie nehmen sie an Zahl und Schwere zu. Davon sind nicht nur die allergischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter betroffen – das Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Er-Krankung im Kindesalter – sondern auch die bei Erwachsenen auftretende chronische Bronchitis und das Lungenemphysem. Diese Erkrankungen sind derzeit nicht heilbar. Es handelt sich somit um lebensbegleitende Gesundheitsstörungen, die einer ständigen Betreuung der Krankheitsfolgen bedürfen. Die Linderung oder Behebung von Krankheitsfolgen ist die Domäne der Rehabilitation. Sie stützt sich dabei auf wissenschaftlich begründete Diagnostik und Therapie, die interdisziplinär und multiprofessionell im Rehabilitationsteam erbracht werden. Die Säule der Sport- und Trainingstherapie ist aus dem Gebäude der Rehabilitation chronischer Lungenkrankheiten nicht mehr wegzudenken. Konkret betreibt sie die Frühmobilisation im Krankenhaus, die Rehabilitation in der pneumologischen Fachklinik und die Prävention in betreuten ambulanten Sport-Gruppen sowie durch selbständiges Sporttreiben mit oder ohne Integration in Sportvereinen. Dabei tut die sachgerechte Ausbildung der Lungensportgruppenleiter, d.h. der Personen, die in Selbsthilfegruppen, Sportvereinen und ambulanten oder stationären Einrichtungen mit Erkrankten der Atmungsorgane Sport treiben, not.

Berufseinstieg erleichtern
In enger Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Sport, Abteilung Sportmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, und der Hochgebirgsklinik Davos-Wolfgang der Stiftung Deutsche Hochgebirgsklinik Davos ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein Konzept der Lehre, Forschung und Weiterbildung entstanden, das in der Zusammenführung der akademischen und der rehabilitationsmedizinischen Einrichtungen eine gemeinsame „Ausbildungsstätte“ für Diplomsportlehrer/innen geschaffen hat. Durch in den universitären Lehrplan eingegliederte Seminare, Praktika, Exkursionen und praxisbezogene Diplomarbeiten oder Dissertationen sowie Berufsanerkennungspraktika wird den Studierenden der Berufseinstieg erleichtert.

Die fundierte wissenschaftliche Ausbildung soll sich sofort in der Praxis auszahlen. Durch aktuelle Entwicklungen des Lungensports sind weitere Aufgaben in der Gesundheitsförderung dem Schulsport beim asthmakranken Kind und der Schaffung eines Netzes ambulanter Lungensportgruppen zugewachsen. Steigende Anforderungen belegen nicht nur die Notwendigkeit des Tuns, sie verlangen auch nach entsprechenden Strukturen. Das Institut wird die vielfältigen Aufgaben in Lehre, Forschung und Weiterbildung, bei Bewegung, Spiel und Sport bei chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen übernehmen.

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Bernd Marz idw

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