Hoffnung für Blinde


Hoffnung für Blinde und bessere Überwachung von Glaukompatienten

Zwei Forschungsprojekte des Kölner Zentrums für Augenheilkunde

Innerhalb eines seit 1995 vom Bundesforschungsministerium geförderten interdisziplinären Forschungsverbundes arbeiten Ärzte des Kölner Zentrums für Augenheilkunde der Universität zu Köln an der Entwicklung einer vollständig implantierbaren Netzhautprothese für Blinde (RETINA IMPLANT). Die medizinischen Aufgaben des Forschungsverbundes werden von Dr. Peter Walter, Akademischer Oberrat am Zentrum für Augenheilkunde, koordiniert.

Der Forschungsverbund RETINA IMPLANTAT besteht aus Instituten der Bereiche Mikrosystemforschung, Mikroelektronik, Optoelektronik, Neurophysik, Neuroinformatik und verschiedenen – in der Anlage aufgeführten – Augenkliniken mit netzhautchirurgischem Schwerpunkt. In der jetzt begonnenen zweiten Phase des Projektes wird bis 2002 tierexperimentell erprobt, ob mit den bisher entwickelten Implantaten eine spezifische also ortsaufgelöste Aktivierung des visuellen Kortex möglich ist. Diese Versuche werden in enger Kooperation zwischen dem Zentrum für Augenheilkunde der Kölner Universität und dem neurophysiologischen Institut der Ruhr Universität Bochum bzw. mit dem Institut für Neurophysik der Universität Marburg durchgeführt. Sobald mit diesen Untersuchungen das Funktionsprinzip nachgewiesen ist, werden die ersten Patienten, die für eine solche Prothese geeignet sind, für eine klinische Pilotstudie vorbereitet, die dann Ende 2002 gestartet werden soll. Es wird erwartet, das mit einem solchen Implantat bei Patienten, die wegen einer fortschreitenden Degeneration der lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut erblindet sind, etwa bei der Retinitis pigmentosa, zumindest wieder ein orientierendes Sehen ermöglicht wird.

Aus der intensiven problemorientierten Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen im Rahmen dieses BMBF-Verbundprojektes sind weitere Forschungskooperationen entstanden. So hat das Wissenschaftsministerium des Landes NRW die Entwicklung und den tierexperimentellen Test eines vollständig verkapselten telemetrischen Drucksensors gefördert. Dieser Prototyp war Ausgangspunkt für die Realisierung einer marktfähigen Intraokularlinse mit integriertem Drucksensor und Telemetriekomponenten, die derzeit von den Kölner Augenärzten in Kooperation mit den Industriepartnern getestet wird. Das System wird eine wesentliche Verbesserung bei der Überwachung und Therapieoptimierung von Glaukompatienten ermöglichen. Es wird ähnlich wie dies bereits viel früher für die Blutdruckmessung ermöglicht wurde erstmals eine kontinuierliche Aufzeichnung des Augeninnendrucks unter Alltagsbedingungen geben.

Die genannten Projekte zeigen, das die interdisziplinäre und fakultäts- und universitätsübergreifende Vernetzung von Forschungsinstitutionen und Arbeitsgruppen eine vorzügliche Voraussetzung darstellt, Probleme zu lösen, die bisher als nicht lösbar angesehen wurden. Diese Art der Forschungskooperation kann beispielhaft für andere Entwicklungsaufgaben auch außerhalb der Medizin sein.

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Peter Walter unter der Telefonnummer 0221/478-4340 und der Fax-Nummer 0221/478-3187 sowie der E-mail-adresse peter.walter@uni-koeln.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi.

Mitglieder des RETINA IMPLANT Forschungsverbundes

Universität Bonn
Institut für Neuroinformatik
R.Eckmiller

Fraunhofer Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme, Duisburg
B.Hosticka, W.Mokwa

Universität Köln
Zentrum für Augenheilkunde
P.Walter

Universität Duisburg
Fachgebiet Optoelektronik
D.Jäger

RWTH Aachen
Institut für Pathologie
C.Mittermayer

Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik, St.Ingbert
U.Meyer

Universität Marburg
AG Angewandte Physik und Biophysik
R.Eckhorn

Universität Bochum
Neurophysiologisches Institut
U.Eysel

Universität Tübingen
Augenklinik
E.Zrenner

Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut, Reutlingen
A.Stett

Universität Stuttgart
Institut für Mikroelektronik
B.Höfflinger

Universität Stuttgart
Institut für Physikalische Elektronik
M.Schubert

Universität Regensburg
Augenklinik
V.P.Gabel

Universität Essen
Augenklinik
N.Bornfeld

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Anneliese Odenthal

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