Natürliche Bypässe: Wenn aterielle Waldwege zu Autobahnen werden


Natürliche Bypässe:
Wenn arterielle Waldwege zu Autobahnen werden

Kardiologen des Universitätsklinikums erhalten 2,4 Millionen DM zur Erforschung von „arteriellen Umgehungsstraßen“


Die Volkswagenstiftung finanziert mit 2,4 Millionen DM eine neue „Nachwuchsforschergruppe“ in der Abteilung Kardiologie und Angiologie von Professor Dr. Christoph Bode an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Die Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Ivo Buschmann wird in einem 5-Jahres Projekt die Entstehung von „natürlichen Bypässen“, also einer Art von Umgehungstraßen bei Verstopfung der großen Arterien untersuchen. Die Wissenschaftler, welche zuvor unter der Federführung von Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schaper am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim tätig waren, erforschen die Grundlagen der Arteriogenese. Diese gilt als Zukunftshoffnung in der Therapie und Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Von Natur aus sind besonders in Herz, Gehirn und Beinen feinste Blutgefäße (Kollateral-Arterien) angelegt, die nach einer Wachstumsphase die Blutversorgung von wichtigen Schlagadern des Körpers übernehmen können. „Bei einem Stau auf den Blutautobahnen werden diese arteriellen „Waldwege“ als Umleitungen benutzt. Bei anhaltenden Schwierigkeiten werden sie sogar zu Landstraßen ausgebaut und können die Funktion der Blutautobahnen ersetzen.“

Untersuchungen zeigen, dass Patienten mit gut ausgebildeten Kollateral-Arterien deutlich kleinere oder überhaupt keine Herzinfarkte haben. Die Förderung dieser Blutgefäße könnte somit vielen Patienten helfen. „Die Arteriogenese könnte in Zukunft ein wichtiges Behandlungsprinzip der Herzmediziner werden“ meint Buschmann. Bislang behandeln die Kardiologen und Kardiochirurgen ihre Patienten mit einer Gefäßweitung durch einen kleinen Ballon oder mit Bypässen.

Die Freiburger Nachwuchsforscher um Dr. Ivo Buschmann wollen nun untersuchen, wie man die Entstehung von Kollateral-Arterien auslösen und fördern kann. Dabei scheint vor allem eine Sorte weisser Blutkörperchen, die sogenannten Monocyten, eine wichtige Rolle zu spielen. Diese wollen die Forscher mit Botenstoffen beladen und ihre Wirkung untersuchen. Es sind dazu Zellkulturstudien und später auch Studien an Patienten geplant.

Die Volkswagenstiftung ermöglicht mit der Vergabe von Nachwuchsgruppen-Stipendien herausragenden Jung-Wissenschaftlern die Einrichtung einer selbständigen Forschergruppe an Universitäten. Der neuen Gruppe „Experimentelle und klinische Arteriogenese“ werden Kardiologen, Molekular- und Zellbiologen am Freiburger Uni-Klinikum angehören.

Kontakt:

Dr. med. Ivo Buschmann
Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik
Abteilung Innere Medizin III Kardiologie und Angiologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg im Breisgau
Tel: 0761/270-3441 oder -3596 oder -3533
Fax: 0761/270-3596
email: buschmann@med1.ukl.uni-freiburg.de

Media Contact

Leiter Kommunikation und Presse Rudolf-Werner Dreier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Theoretische Physik: Modellierung zeigt, welche Quantensysteme sich für Quantensimulationen eignen

Eine gemeinsame Forschungsgruppe um Prof. Jens Eisert von der Freien Universität Berlin und des Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) hat einen Weg aufgezeigt, um die quantenphysikalischen Eigenschaften komplexer Festkörpersysteme zu simulieren. Und…

Rotation eines Moleküls als „innere Uhr“

Mit einer neuen Methode haben Physiker des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Kernphysik die ultraschnelle Fragmentation von Wasserstoffmolekülen in intensiven Laserfeldern detailliert untersucht. Dabei nutzten sie die durch einen Laserpuls angestoßene Rotation…

Auf dem Weg zur fischfreundlichen Wasserkraft

In dem europaweiten Projekt „FIThydro“ unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) haben Forscherinnen und Forscher in Zusammenarbeit mit Industriepartnern bestehende Wasserkraftwerke untersucht. Diese Ergebnisse nutzten sie, um neue Methoden…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close