Neuer Ratgeber zum Speiseröhrenkrebs

Deutsche Krebshilfe informiert Betroffene

Bonn (ct) – Jährlich erkranken in Deutschland rund 4.100 Menschen neu an Speiseröhrenkrebs. Diese Krebsart gehört damit zu den selteneren Tumorerkrankungen. Da sie häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, sind die Heilungschancen immer noch schlecht. Die Deutsche Krebshilfe hat jetzt im Rahmen ihrer Reihe „Die blauen Ratgeber“ eine Broschüre zum Thema „Speiseröhrenkrebs“ herausgegeben. Darin geht es um Risikofaktoren sowie Möglichkeiten der Diagnose und Therapie von Speiseröhrenkrebs. Die allgemeinverständliche Informationsschrift ist bei der Deutschen Krebshilfe kostenfrei erhältlich. Außerdem kann sie auf den Internet-Seiten der Deutschen Krebshilfe unter http://www.krebshilfe.deabgerufen werden.

Die Speiseröhre ist ein etwa 25 Zentimeter langer und einen Zentimeter weiter Muskelschlauch, der Mund und Magen miteinander verbindet. Das Organ ist innen mit Schleimhaut überzogen. Warum sich Zellen der Speiseröhre bösartig verändern, ist noch weitgehend ungeklärt. Man weiß jedoch, dass die so genannten Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre oft durch einen erhöhten Alkohol- und Nikotinkonsum begünstigt werden. Diese Tumorart entsteht aus den oberen Schleimhautzellen der Speiseröhre und macht etwa zwei Drittel der Tumoren aus. Die Adenokarzinome der Speiseröhre entstehen dagegen aus den Drüsenzellen. Risikofaktor für die Entstehung dieser Tumorart ist ein gesteigerter Säure- und Gallerückfluss, der so genannte Reflux. Dieser Reflux verursacht über Jahre hinweg, dass Zellen der unteren Speiseröhre zerstört werden. Der Körper ersetzt die zerstörten Zellen durch Zellen der weniger säureempfindlichen Magenschleimhaut. Durch diese Zellveränderungen entsteht eine innen verkürzte Speiseröhre, die auch als Barrett-Ösophagus bezeichnet wird. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Patienten mit einem Barrett-Ösophagus ein etwa 50-fach höheres Risiko haben, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

Da Speiseröhrenkrebs häufig erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, sollten Alarmsignale wie Schluckbeschwerden, schmerzhafte Krämpfe der Speiseröhre, Sodbrennen, Heiserkeit und Gewichtsverlust ernst genommen und von einem Facharzt abgeklärt werden. Denn auch für Speiseröhrenkrebs gilt: Je früher die Tumorerkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Um die Krebserkrankung zu diagnostizieren, spiegelt der Arzt die Speiseröhre mit einem Endoskop und entnimmt eine Gewebeprobe. Auch eine Röntgenaufnahme, Ultraschalluntersuchungen und eine Computertomographie ermöglichen Aussagen über die Krebserkrankung. Steht die Diagnose zweifelsfrei fest, werden der Tumor und einige Lymphknoten zunächst operativ entfernt. Dabei wird häufig ein Teil der Speiseröhre entfernt. Der Magen-Darm-Trakt ist damit unterbrochen und muss im zweiten Teil der Operation wieder aufgebaut werden. Häufig folgt dann eine Strahlentherapie, die in manchen Fällen mit einer Chemotherapie kombiniert wird.

Die Deutsche Krebshilfe hat im Rahmen ihrer Reihe „Die blauen Ratgeber“ die Broschüre „Speiseröhrenkrebs“ neu herausgegeben. Allgemeinverständlich wird hier beschrieben, welche Arten von Speiseröhrentumoren es gibt und warum sie entstehen können. Die Leser erfahren, wie Speisröhrenkrebs diagnostiziert wird, wie die Therapie aussieht und was bei der Nachsorge beachtet werden sollte. Die Informationsschrift kann kostenfrei bestellt werden bei: Deutsche Krebshilfe, Postfach 14 67, 53004 Bonn, Telefon: 0228/729900, Fax: 0228/7299011, E-Mail: deutsche@krebshilfe.de.

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Dr. med. Eva M. Kalbheim-Gapp idw

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