Ernährung als Medizin

Zivilisationskrankheiten verhindern und bekämpfen

Ernährungsbedingte Erkrankungen zählen zu den „Zivilisationskrankheiten“ und stellen eines der größten medizinischen Probleme in den Industrienationen dar. Doch was genau bedeutet „falsche Ernährung“? Die sogenannte orthomolekulare Medizin befasst sich mit diesem Thema. Unter anderem am Beispiel des vitaminähnlichen Nährstoffes L-Carnitin kann gezeigt werden, worum es sich dabei handelt und wie jeder Einzelne durch richtige Ernährung Krankheiten vorbeugen kann.

Die adäquate Versorgung mit Nährstoffen ist Grundvoraussetzung für unsere Gesundheit. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente können nicht vom Körper gespeichert werden. Fehlt die ausreichende Zufuhr über die Nahrung, treten Defizite auf, die den empfindlichen Organismus stören. In der Folge können Krankheiten wie Diabetes Mellitus, Arteriosklerose, Katarakt (grauer Star), Osteoporose und sogar Krebs entstehen.

Um unseren Nährstoffbedarf abzudecken, raten Experten zu vollwertiger Ernährung. Konkretere Ratschläge zur Vorbeugung und Behandlung gibt die orthomolekulare Medizin.

Was ist orthomolekulare Medizin?

Dieses Gebiet der Medizin beschäftigt sich mit der Prophylaxe und begleitenden Therapie ernährungsbedingter Krankheiten (vgl. nebenstehende Definition). Dazu werden Mikronährstoffe eingesetzt. Bekannte Beispiele sind Jod bei Schilddrüsenerkrankungen oder Vitamin D und Calcium bei Osteoporose und Rachitis. L-Carnitin – ein orthomolekularer Nährstoff

Ein Mikronährstoff, dessen Bedeutung lange Zeit unterschätzt wurde, ist die vitaminähnliche Verbindung L-Carnitin. L-Carnitin ist ein „Energizer“ – es transportiert langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien, wo Sie in Energie umgewandelt werden. Im Anschluss fungiert L-Carnitin als körperlicher „Entgifter“: Stoffe, die während des Abbauprozesses angefallen sind, werden abtransportiert, eine Ablagerung toxischer Verbindungen in den Mitochondrien verhindert.

Mangel im Überfluss

Es erscheint paradox – gerade in unserer Wohlstandsgesellschaft entstehen Krankheiten aufgrund ernährungsbedingter Mängel.

Ein Mangel an Mikronährstoffen entsteht schleichend in Folge einer andauernden Unterversorgung. Deutlich wird dies am Beispiel L-Carnitin: Unser Körper stellt den Nährstoff selbst her, kann aber nur rund 10% des Bedarfs decken – der Rest muss über die Nahrung zugeführt werden. Ist dies nicht gewährleistet, tritt ein Mangel auf. Warnzeichen sind häufig verminderte Leistungsfähigkeit. Liegt ein Mangel vor, sollte der Nährstoff zusätzlich als Nahrungsergänzung gegeben werden.

L-Carnitin: Bedeutung für Herz und Immunsystem

Eine wichtige Bedeutung hat L-Carnitin daneben für das Immunsystem. Er stärkt das geschwächte Immunsystem und wird heute bei Aids und Infektionskrankheiten eingesetzt. Gesunde Menschen greifen zu Nahrungsergänzungen mit L-Carnitin, um Ihre Leistungsfähigkeit zu steigern oder sich gegen Erkältungen zu wappnen. Laut einer Umfrage empfehlen rund 73% der Ernährungsberater (Apotheker, Heilpraktiker, etc.) den Einsatz von L-Carnitin-Produkten in der Nahrungsergänzung1.

Unser Herz benötigt L-Carnitin für seinen Energiestoffwechsel. Studien zufolge beschleunigte die Gabe von L-Carnitin nach einem Herzinfarkt die Regeneration signifikant2.

Nutzen für den Einzelnen?

Liegen bereits konkrete Beschwerden vor, ist es ratsam mit einem Experten zu sprechen. Dazu Herr Uwe Gröber, Apotheker und Fachbuchautor „Mikronährstoffe wie L-Carnitin nehmen in der Prävention und begleitenden Therapie ernährungsbedingter Krankheiten einen hohen Stellenwert ein. Gezielt eingesetzt kann L-Carnitin dazu beitragen, die Wirksamkeit einer notwendige Arzneimitteltherapie zu optimieren und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern .“

Darüber hinaus kann jeder Einzelne seine Gesundheit eigenverantwortlich fördern und der Entstehung von Zivilisationskrankheiten vorbeugen.

Anhang 1 L-Carnitin-Mangel – mögliche Ursachen:

  • vegetarische Ernährung
  • Schwangerschaft
  • Verringerte Stoffwechselrate im Alter
  • hohe körperliche Belastung (z.B. Ausdauersport)
  • Ischämische Herz-Kreislauferkrankungen
  • Immunschwäche und Infektionskrankheiten
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Angeborener, primärer L-Carnitin-Mangel

Anhang 2: Definition Orthomolekulare Medizin: „ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Kranheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind“.

Dr. Linus Pauling, 2-facher Nobelpreisträger

Quellen:

  • Balch P.A. & J.F.: „Prescription for Nutritional Healing“, 3nd edit. Avery/N.Y., 2000.
  • Burgerstein, L.: „Burgersteins Handbuch Nährstoffe“, 9. Aufl.,Haug Verlag Heidelberg, 2000.
  • Dietl, H., Ohlenschläger, G.: „Handbuch der Orthomolekularen Medizin“. 2. Aufl., Haug Verlag Heidelberg, 1998.
  • Fuchs, N.: „Mit Nährstoffen heilen – Eine Einführung ind die Orthomolekulare Nährstoff-Therapie“. Reglin Verlag, Köln 1999.
  • Gröber, Uwe: „Orthomolekulare Medizin: ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte“. Wiss. Verl.-Ges. 2000.
  • Niestroj, I.: „Praxis der orthomolekularen Medizin“, Hippokrates Verlag Stgt., 1999.
  • Pauling, L.: „Orthomolecular Psychiatry.“ Science, 160, 265-271, 1968.
  • Schuyler W. Lininger (Hrsg.): „The Natural Pharmacy“, 2nd edit., Healthnotes, 1999.
  • De Simone, C., et al., «Carnitine depletion in peripheral blood mononuclear cells from patients with AIDS: Effect of oral L-Carnitine“. AIDS, 8, 655-660, 1994.
  • Uhlenbruck, G.,A. von Mill, „Immunbiologische und andere Aspekte der Membranmodulation durch L-Carnitin“, Echo Verlag, Köln, 1993.
  • Werbach, M. R.: „Nutriologische Medizin“. Hädecke Verlag.

(1) „Awareness von L-Carnitin bei verschiedenen Zielgruppen“, Marktforschungsstudie I+G Gesundheitsforschung, 1999.

(2) Singh, RB., et al, „A randomized, double-blind, placebo-controlled trial of L-Carnitine in suspected acute myocardial infraction“. Postgraduate Medical Journal, 72 (843), 45-50, 1996.

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Christian Deutsch ots

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