Patienten bleibt zweite Gesichts-Operation dank resorbierbarer Osteosynthesematerialien erspart

Nach erfolgreichen klinischen Anwendungen ist eine breitere Nutzung nun möglich

Eine neue Technik kann die Folgen von Operationen im Schädel- und Gesichtsbereich für die Patienten deutlich mindern, weil sie einen zweiten Eingriff erübrigt. Die Verwendung von resorbierbaren Osteosynthesematerialien hat sich im Fachgebiet der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie in den letzten 15 Jahren immer mehr etabliert. Vorteil dieser Materialien ist, dass das Osteosynthesematerial nicht durch eine zweite Operation entfernt werden muss. Einer breiteren Anwendung standen bisher neben grundsätzlichen Fragen des Abbaus dieser Materialien und der Gewebeverträglichkeit auch die Schwierigkeiten beim Einbringen im Wege. Wegen der wesentlich geringeren Härte der resorbierbaren Materialien im Vergleich zum sonst üblichen Titan muss grundsätzlich ein Gewinde im Knochen vorgeschnitten werden. Beim Einbringen der Schrauben kommt es trotzdem in einer relativ großen Anzahl zu Frakturen des Schraubenkopfes, was die Operationszeit enorm verlängert.

In einer gemeinsamen Entwicklungsarbeit zwischen der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden und der Firma Gebrüder Martin GmbH & Co. KG, Tuttlingen, wurde eine neue Methode der Fixation resorbierbarer Materialien mit einem durch Ultraschall eingebrachten Pin entwickelt. Diese Methode wurde tierexperimentell getestet und zeigt neben einer höheren Stabilität auch eine wesentliche Verkürzung der Operationszeit. Die Stabilität ist dadurch bedingt, dass sich der Pin im Trabekelwerk des spongiösen Knochens ausbreitet und so eine besonders feste Retention möglich macht.

Erste klinische Anwendungen mit den sogenannten resorbierbaren Osteosynthesematerialien im Bereich von Mittelgesichtsschädelfrakturen und der Behandlung von Kraniosynostosen (frühzeitiger Verschluss der Schädelnähte) bei Kleinkindern sind außerordentlich erfolgreich verlaufen. Eine breitere Anwendung des Verfahrens zum Wohle der Patienten, die einen operativen Eingriff weniger erdulden müssen, ist damit möglich.

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