Forscher entwickeln Modell zur Vorhersage von Malariarisiken

(Foto: travelizmo.com)

In Afrika ist Malaria Todesursache Nummer Eins

Im Rahmen des EU-finanzierten Projektes ’African Monsoon Multidisciplinary Analysis’ (AMMA) reisen Wissenschaftler der Universitäten Leeds und Liverpool und des Centre for Ecology and Hydrology http://www.ceh.ac.uk demnächst nach Niger, um zu untersuchen, wie die saisonabhängigen Klimaänderungen in Westafrika die Verbreitung von Malaria beeinflussen. Anhand von an Ort und Stelle gesammelten Daten sowie von aus globalen Modellen stammenden langfristigen Wetterprognosen hoffen die Forscher ein Modell zu entwickeln, mit dem die Malariarisiken in dieser Region vorhergesagt werden können.

Nach neuesten Daten der World Health Organisation http://www.who.int ist Malaria in Afrika Todesursache Nummer Eins. Mit jährlich über eine Million Todesfällen sterben an dieser von Moskitos übertragenen Krankheit sogar mehr Menschen als an AIDS. Die Mehrzahl der Opfer sind Kinder. Malaria ist auch eine der Hauptursachen dafür, dass die Kindersterblichkeit in Afrika zur Zeit bei über 30 Prozent liegt. In Gebieten, wo ständig Malariamoskitos leben, haben die Menschen oft eine natürliche Resistenz gegen Malaria aufgebaut. In Gebieten, wo das Vorkommen von Malariamoskitos jedoch vom Klima abhängig ist, sind die Menschen im Allgemeinen viel schwerer von dieser Krankheit betroffen. In diesen Regionen können Klimaänderungen sogar zu Malariaepidemien führen. Dieses Risiko ist vor allem in Westafrika groß.

Für ihre Forschung haben die Wissenschaftler in Niger eine authentische afrikanische Hütte nachgebaut, mit der sie die Umstände, unter denen die einheimische Bevölkerung lebt, rekonstruieren wollten. Diese Hütte haben sie mit Instrumenten ausgestattet, mit denen sie die Temperatur, Humidität, Bodenbeschaffenheit und andere Faktoren, die das Verhalten von Moskitos beeinflussen, messen können. In Ihrer Forschung werden sie auch die vom in Niger stationierten CERMES-Forschungszentrum http://www.cermes.net gesammelten Daten zur Übertragung von Malaria mit einbeziehen. Weiters werden Sie mit einem speziellen Forschungsflugzeug in der Luft über Westafrika Messungen ausführen.

„Es ist viel komplizierter, die möglichen Implikationen des Westafrikanischen Monsuns vorherzusagen als etwa die Regenfallmuster im südlichen Afrika mit Malaria in Zusammenhang zu bringen“, erzählt Andy Morse, Leiter des Malariaprojektes. „Indem wir die lokalen Klimafaktoren beurteilen und die langfristigen Wetterprognosen für die Region analysieren, hoffen wir zur Entwicklung eines Modells beizutragen, mit dem mögliche Malariaepidemien vorhergesagt werden können.“ Letztendlich kann dieses Modell dann in ein Frühwarnsystem für Krankheiten integriert werden, so meint der Wissenschaftler.

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Reanne Leuning pressetext.austria

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