Kamelmilch liefert Antikörper gegen Krankheiten

FAO will Nahrungsmittel auch in Europa marktreif machen

Was in der arabischen Welt schon lange als gesundes Nahrungsmittel gilt, soll in Zukunft auch europäischen und amerikanischen Konsumenten nicht vorenthalten werden: Kamelmilch könnte aufgrund seiner reichhaltigen Vitamine und Spurenelemente das Super-Nahrungsmittel für Gesundheitsapostel werden, meinen Expetern der UN-Ernährungsorganisation FAO. BBC-Online berichtet, dass das Interesse seitens der renommierten Kaufhäuser Harrods und Fortnum & Mason bereits vorhanden ist.

Tatsächlich ist die Kamelmilch reich an den Vitaminen B und C, hat zehn Mal mehr Eisen als Kuhmilch, schmeckt allerdings salziger als herkömmliche Milch. Experten meinen, dass Antikörper in Kamelmilch auch wirksam gegen Krebs, HIV/Aids, Alzheimer und Hepatitis C sind. Derzeit sind Wissenschaftler noch damit beschäftigt herauszufinden, ob Kamelmilch auch vorbeugend gegen Diabetes und Herzerkrankungen sein kann. Die FAO hingegen ermutigt jetzt schon Kamelmilch-Produzenten von Mauretanien bis Kasachstan, in Zukunft verstärkt den europäischen Markt zu beliefern.

„Das Potenzial ist wahrlich groß und Milch bedeutet Geld“, so Anthony Bennett, FAO-Milchexperte. Bennett schätzt das Marktpotenzial auf mindestens 200 Mio. Kunden in der gesamten arabischen Welt und mehrere zehn Mio. in Europa, Amerika und Afrika. Der Markt für Kamelmilch wird auf mindestens acht Mrd. Euro geschätzt. Allerdings betont Bennett, müsse es Verbesserungen in der gesamten Versorgungskette geben. „Es wird zwar keine Kamelfarmen für die Milchwirtschaft geben wie dies in der Milchwirtschaft betrieben wird. Allerdings sollen die Tiere besseres Futter bekommen, damit sie mehr Milch geben“, so Bennett. Auch hinsichtlich veterinärmedizinischer Untersuchungen müsse noch einiges getan werden. Frische Kamelmilch kostet derzeit auf den afrikanischen Märkten rund einen Dollar pro Liter. Das würde für die nomadisch lebenden Viehzüchter eine durchaus lukrative neue Einkommensquelle sein.

Ein großes Problem gibt es allerdings in der Handhabung der Kamelmilch: Bisher konnte nämlich nicht nachgewiesen werden, dass die Milch die Ultra-Hoch-Erhitzung (UHT) verträgt. Das sei aber gerade im Hinblick auf die langen Lieferwege notwendig. Umgekehrt eignet sich Kamelmilch hervorragend für die Herstellung von Käse. Die größte Herausforderung, um einen effektiven Vertrieb aufzubauen liegt aber darin, dass die meisten Kamelhalter nomadisch leben. Gewöhnungsbedürftig für heimische Gaumen könnte höchstens der etwas andere Geschmack der Milch sein. Ernährungsexperten sehen aufgrund des hohen Kalziumgehalts und der deutlich geringeren Menge an gesättigten Fetten eine willkommene und gesunde Nahrungsergänzung.

Ansprechpartner für Medien

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.fao.org

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