Herzpatient in Gefahr – HRS-Box warnt

Projekt am Tag der Forschung 2006 der Universität Hannover

Die Universität Hannover lädt am Sonntag, 23. April 2006 von 11 bis 17 Uhr die Öffentlichkeit zum Tag der Forschung ins Welfenschloss, Welfengarten 1, 30167 Hannover ein. Unter dem diesjährigen Motto „Klima – Kultur – Kleine Welten“ präsentieren mehr als 30 Institute ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Das Institut für Mikroelektronische Systeme beschäftigt sich in enger Kooperation mit der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule mit Postoperativen Herzrhythmusstörungen. Am Tag der Forschung können sich Interessierte unter anderem über die Gefahr des Vorhofflimmerns und die Möglichkeit der Überwachung durch die HRS-Box informieren. Mehr über dieses und alle weiteren Projekte und Führungen gibt es im Internet unter http://www.uni-hannover.de/de/forschung/tdf/index.php

Nach einer Operation am Herzen tritt bei bis zu 50 Prozent der Patienten ein so genanntes Vorhofflimmern auf. Das Vorhofflimmern ist eine typischerweise vorübergehende Herzrhythmusstörung mit unregelmäßigem sehr schnellem Schlag der Herzvorkammern. Durch diese Unregelmäßigkeiten besteht die Gefahr der Blutgerinnung und die Blutdruckregelung ist erheblich gestört. Patienten erholen sich so von der Herzoperation wesentlich langsamer und haben ein deutlich erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Da ein neu aufgetretenes Vorhofflimmern unter Umständen zunächst unbemerkt bleibt, ist eine permanente Überwachung des Patienten wünschenswert, um somit die Therapie mit entsprechenden Medikamenten zügig einleiten zu können. Durch eine Vorhersage des Vorhofflimmerns kann gezielter und mit geringerer Dosierung das Eintreten des Vorhofflimmerns sogar verhindert werden..

Die HRS-Box ermöglicht eine ständige Überwachung des Herzens. Sie arbeitet völlig autark. Für eine Diagnose durch das medizinische Personal können die Herzsignale über eine Bluetooth-Funkverbindung direkt an einen PC übertragen und aufgezeichnet werden.

Während der Herzoperation werden Elektroden direkt auf den Herzmuskel aufgenäht und an die HRS-Box angeschlossen, die von nun an permanent den Herzschlag des Patienten überwacht. Ein digitaler Signalprozessor analysiert das Herzsignal und liefert somit Hinweise auf ein bevorstehendes Vorhofflimmern. Im Gefahrenfall wird ein Alarm ausgelöst. Die aktuellen Herzsignale werden per Funk auf den PC übertragen und weisen den Arzt auf die Gefahr hin. Der Arzt kann daraufhin Medikamente verabreichen, die ein Vorhofflimmern verhindern. Dank der frühzeitigen Diagnose können die Medikamente deutlich geringer dosiert werden; der Patient wird weniger belastet.

Die Universität Hannover präsentiert ihren Tag der Forschung, eingebettet in das Fest der Wissenschaften, bereits zum neunten Mal. Exponate, Poster und Gespräche ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke in vielfältige Themen der Wissenschaft. Forschung und Lehre werden einfach und verständlich präsentiert. Darüber hinaus bietet die Universität Hannover Führungen durch vier Institute an. Für die kleinen Gäste gibt es einen spielerischen Wissens- und Kreativitätsparcour.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Stefanie Beier idw

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