Zuckerkrankheit bei Kindern kann auch genetisch bedingt sein

Die 5. Heidelberger Stoffwechsel- und Hormontage am 7./ 8. April 2006 befassen sich mit einer Diabetes-Sonderform mit hoher Dunkelziffer

Die Zuckerkrankheit ist bei Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch. Falsche Ernährung – zuviel Fett und Zucker – spielt dabei eine wichtige Rolle. Doch handelt es sich in seltenen Fällen auch um eine genetische Variante des Diabetes, die einer besonderen Diagnostik und Behandlung bedarf. Wahrscheinlich gibt es eine recht hohe Dunkelziffer an Patienten, deren Krankheit bislang nicht erkannt ist.

Bei den 5. Heidelberger Stoffwechsel- und Hormontagen am 7./8. April 2006 in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg ist die erbliche Sonderform des Diabetes mellitus, „MODY“-Diabetes, eines der zentralen Themen. Die wissenschaftliche Organisation der renommierten Ärztefortbildung liegt bei Privatdozent Dr. Tobias Schilling, Oberarzt der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel.

Der „MODY“-Diabetes (Maturity Onset Diabetes mellitus in Young people) ähnelt in manchen Symptomen eher dem „Altersdiabetes“, der ebenfalls einen genetischen Hintergrund hat. Die Patienten brauchen in der Regel kein Insulin, sondern Medikamente, die die Insulinproduktion fördern, und neigen selten zu starken Unterzuckerungen; im Gegensatz zum Altersdiabetiker sind sie aber meist schlank.

Die genetische Anlage für MODY wird meist in der Familie der Mutter vererbt; mittlerweile konnten sechs verschiedene Gene für die Erkrankung gefunden werden. „Auch wenn die Erkrankung nicht schwerwiegend erscheint, sollte sie rechtzeitig behandelt werden, um schwere Spätschäden etwa an der Niere und im Auge zu vermeiden“, warnt Dr. Schilling.

Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel vor 20 Jahren gegründet

Weitere Themenschwerpunkte der Tagung sind Hormonstörungen des Gehirns und der Schilddrüse, zu denen jeweils Behandlungsstandards und mehrere Patientenfälle vorgestellt werden. Hier können sich die Teilnehmer aktiv in die Diskussion einschalten: Über die elektronische TED-Abstimmung wird ein Meinungsbild erhoben, welche Schritte in Diagnostik und Behandlung angezeigt sind.

Mit der Tagung wird gleichzeitig ein Jubiläum der Klinik begangen: Vor 20 Jahren wurden die Bereiche Endokrinologie und Stoffwechsel in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg unter der Leitung von Professor Dr. Reinhard Ziegler (emerit.) zusammengeschlossen, der unter dem Motto „Ist zusammen, was zusammen gehört?“ eine Bilanz vorträgt.

Kontakt:
PD Dr. Tobias Schilling
E-Mail: tobias.schilling@med.uni-heidelberg.de
Tel.: 06221 / 56 2831

Informationen zur Veranstaltung:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pdf/Prog-HDStoffw-allgemein-06.pdf

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

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