Tiotropium reduziert Exazerbationen und damit verbundene Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe bei COPD-Patienten

Neue Daten einer gross angelegten Einjahresstudie, die in der aktuellen Ausgabe des European Respiratory Journal veröffentlicht wurden, zeigen, dass Tiotropium im Vergleich zu Placebo Exazerbationen und damit verbundene Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe bei COPD-Patienten deutlich reduziert (1).

Tiotropium (SPIRIVA(R)) ist ein Anticholinergikum zur Erhaltungsbehandlung von Patienten mit COPD(2).

COPD ist eine progressive Atemwegserkrankung, die eine deutliche Verschlechterung der Lungenfunktion und chronische Atemnot verursacht (2). 600 Mio. Personen weltweit leben bereits mit COPD, Prognosen indizieren jedoch eine Erhöhung der Prävalenz mit COPD als weltweit dritthäufigste Todesursache bis 2020(3),(4).

COPD-Exazerbationen, eine der häufigsten Ursachen für Tod und Behinderung, zeichnen sich durch akute Verschlechterung der Symptome aus und beeinträchtigen mit der Zeit die Lungenfunktion(5). Die Vorbeugung und Behandlung von Exazerbationen ist eines der Hauptziele der COPD-Behandlung(2) , da diese die Lebensqualität des Patienten wesentlich beeinträchtigen und oft zusätzliche Medikation und Krankenhausaufenthalte erfordern, was die Kosten der bereits an sich teuren COPD-Behandlung weiter in die Höhe treibt(6).

„Diese Studienergebnisse sind sowohl für Patienten als auch deren Gesundheitsdienstleister gute Neuigkeiten“, so Prof. Dusser, Leiter der Pneumologie, Hopital Cochin, Paris, und Studienforschungsleiter. „Eine Behandlung von COPD, welche die Häufigkeit oder den Schweregrad von Exazerbationen und die damit verbundene Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe reduzieren kann, wirkt sich beträchtlich auf die Lebensqualität der Patienten wie auch die Behandlungskosten aus. Diese Studie hat gezeigt, dass wir mit Tiotropium über eine wirksame Behandlungsoption verfügen, um dies zu erreichen.“

Bei der Studie handelte es sich um eine einjährige, randomisierte, doppelblinde Studie im Parallelgruppendesign mit 1010 Patienten aus 177 Zentren in Frankreich. Im Vergleich zu Placebo zeigte die Behandlung mit Tiotropium(1):

– eine deutliche zeitliche Verzögerung bis zur ersten Exazerbation um ~100 Tage (p<0,001) – eine Reduktion des Patientenanteils mit mehr als einer Exazerbation um 17% (p<0,01) – eine verminderte Anzahl an Exazerbationen um 35% (p<0,001) und Exazerbationstagen um 37% (p<0,001) – eine geringere Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe, einschliesslich einer Reduktion der Anzahl spontaner Arztbesuche um 41% und telefonische Kontaktierung von Ärzten um 53% (p<0,05) sowie eine Reduktion der gleichzeitigen Einnahme von Atemwegsmedikamenten, Antibiotika und oralen Steroiden (p<0,0001). Die Behandlung führte zudem im Vergleich zu Placebo zu einer wesentlichen Verbesserung des Luftdurchflusses bei Patienten innerhalb eines Jahres, wie anhand einer wesentlichen Verbesserung beim FEV1 (forciertes Ausatmungsvolumen in 1 Sekunde) vor der Dosis gemessen wurde. Quellenangabe 1. Dusser D, Bravo M-L, Iacono P on behalf of the MISTRAL study group. Eur Respr J 2006; 27:547-555. 2. Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Executive Summary. GOLD website (http://www.goldcopd.com). Aktualisiert 2005. 3. World Health Organization. World Health Report 2004. Statistical Annex. Annex table 2 and 3: 120-131. 4. Murray CJL, Lopez AD. eds. The Global Burden of Disease: a comprehensive assessment of mortality and disability from diseases, injuries, and risk factors in 1990 and projected to 2020. Cambridge; Harvard University Press; 1996. 5. Wedzicha JA, Donaldson GC. Respir Care 2003; 48:1204-1213. 6. Seemungal TAR, Donaldson GC, Bhowmik A et al. Am J Respir Crit Care Med 2000; 161:1608-1613.

Ansprechpartner für Medien

presseportal

Weitere Informationen:

http://www.goldcopd.com

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Besser kleben im Leichtbau

Projekt GOHybrid optimiert Hybridverbindungen Leichtbau ist in der Mobilitätsbranche essentiell. Im Zuge der Mischbauweise mit Leichtmetallen und Faser-Kunststoff-Verbunden rücken hybride Klebverbindungen in den Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Materialien…

Benchmark für Einzelelektronenschaltkreise

Neues Analyseverfahren für eine abstrakte und universelle Beschreibung der Genauigkeit von Quantenschaltkreisen (Gemeinsame Presseinformation mit der Universität Lettland) Die Manipulation einzelner Elektronen mit dem Ziel, Quanteneffekte nutzbar zu machen, verspricht…

Solarer Wasserstoff: Photoanoden aus α-SnWO4 versprechen hohe Wirkungsgrade

Photoanoden aus Metalloxiden gelten als praktikable Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff mit Sonnenlicht. So besitzt α-SnWO4 optimale elektronische Eigenschaften für die photoelektrochemische Wasserspaltung, korrodiert jedoch rasch. Schutzschichten aus Nickeloxid…

Partner & Förderer