Stets in Kontakt: Minicomputer mit Handy erhöht Lebensqualität von krebskranken Jugendlichen

Hilfreicher Begleiter im Taschenformat für krebskranke Jugendliche: Der mobile internetfähige Mini-Computer mit integriertem Handy und Kamera, der wichtige Krankheitsdaten enthält und den Kontakt mit der Klinik und anderen krebskranken Jugendlichen und den Freunden zu Hause herstellt. Foto: Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg.

Wolfgang-Heilmann-Preis 2006 für „OnkoConnect“ / Gemeinsames Projekt der Universitätsklinik für Kinder und Jugendmedizin Heidelberg und der TU München

Ein hilfreicher Begleiter im Taschenformat ist der mobile internetfähige Mini-Computer mit integriertem Handy und Kamera, der wichtige Krankheitsdaten enthält und stets den Kontakt mit der Klinik und anderen krebskranken Jugendlichen und den Freunden zu Hause herstellt. Das finden nicht nur Patienten der Heidelberger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sondern auch die Juroren des Wolfgang Heilmann Preis 2005 für humane Nutzung der Informationstechnologie. Sie zeichnet das Projekt OnkoConnect, das zur Entwicklung des mobilen Patientenassistenzsystem geführt hat, aus und sprachen ihm ein Preisgeld von 3.000 € zu.

Der „Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie“ prämiert jedes Jahr Projekte, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Arbeits- und Erwerbslebens leisten und damit zu einer Steigerung der Lebensqualität führen. Die Preisverleihung findet am 13. Juli 2006 in Mannheim statt.

Patiententagebuch, SMS und Chats mit den Freunden zu Hause

Das Projekt OnkoConnect wird gemeinsam von der Heidelberger Abteilung für Hämatologie und Onkologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Andreas Kulozik) und der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (Professor Dr. Helmut Krcmar) durchgeführt.

Mittels Standardsoftware können die Patienten ihre Termine verwalten, ein Patiententagebuch führen und Kontakte mit ihrem gewohnten sozialen Umfeld über SMS, Chat und Email aufrechterhalten.

Nach Abschluss des Feldversuchs hat die TU München gemeinsam mit den krebskranken Jugendlichen und dem Team in Heidelberg nun den Prototyp des mobilen Patientenassistenzsystem entwickelt (MPAS). „18 Monate Forschungsarbeit haben gezeigt, dass mobile Informationssysteme dazu beitragen, die Situation der Patienten zu verbessern“, berichtet Renate Sedlak, Projektkoordinatorin an der Heidelberger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Mehr Mitverantwortung, aber auch ein Stück mehr Selbstbestimmung

Die Projektpartner sehen deshalb mehrere Einsatzgebiete und viele Vorteile für Patient und Klinik. So können Behandlungs- und Nachsorgepläne der Klinik auf den mobilen Endgeräten elektronisch abgebildet werden: Die Jugendlichen werden an Termine erinnert, z.B. wann sie ihre Medikamente einnehmen oder in die Ambulanz kommen sollen. Ihre Mitarbeit wird durch SMS-Erinnerungen an Arzttermine verbessert, sie übernehmen mehr Mitverantwortung für den Genesungsprozess, gewinnen damit aber auch ein Stück Selbstbestimmung und Einflussmöglichkeit zurück. Auch bei jüngeren Krebspatienten ist der Einsatz sinnvoll; hier verschafft das Patiententagebuch den Eltern einen Überblick über den Krankheitsverlauf ihres Kindes.

Im Tagebuch werden auch Nebenwirkungen der Therapie erfasst; diese Daten können in klinischen Studien übernommen werden. Dadurch können Gesundheitsrisiken sehr früh erkannt und behandelt und die Behandlungsschemata angepasst werden. Bestimmte Gesundheitsdaten können vom Patienten selbst erfasst und eingegeben werden, z.B. Langzeit-EKG, Blutwerte. Dem Arzt kann ein Fernzugriff auf diese Daten ermöglicht werden.

Bessere Kommunikation soll Zahl der Klinikaufenthalte verringern

Unabhängig von Ort und Zeit kann der Patient stets Kontakt mit anderen Patienten und dem Arzt aufnehmen. Dies vermittelt ihm Sicherheit: In jeder psychosozialen Notsituation kann er stets einen Gesprächspartner finden. Ein weiterer Vorteil: Über das Patientenassistenzsystem können Informationen gezielt zur Verfügung gestellt werden.

Nicht zuletzt wird auch ein ökonomischer Effekt erwartet: Bessere Kommunikation und Kooperation zwischen Klinik, Nachsorgeeinrichtung, Patienten und den Partnern in der ambulanten Versorgung kann die Zahl der Komplikationen und der Wiederaufnahmen in die Klinik verringern.

Das Projektteam umfasst seitens der TU München: Dr. Jan Marco Leimeister (Projektleitung), Uta Knebel, Sebastian Esch, Christian Mauro, Felix Weyde und Prof. Dr. Helmut Krcmar. Seitens der Heidelberger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin sind an dem Projekt beteiligt Renate Sedlak (Projektkoordination), Dr. med. Clemens Stockklausner und Prof. Dr. Dr. med. Andreas Kulozik (medizinische Betreuung).

Information im Internet:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=763
http://www.winfobase.de
http://www.onko-kids.de
http://www.integrata-stiftung.de
http://www.integrata-stiftung.de/preis_2005.htm

Bei Rückfragen:

Renate Sedlak, M.A.
Abteilung Hämatologie/ Onkologie/Immunologie der Kinderklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 151
69120 Heidelberg
mailto:renate.sedlak@med.uni-heidelberg.de
T. 06221/568379
Fax 06221/565505
www.onko-kids.de

Dr. Jan Marco Leimeister
TUM – Technische Universität München
Wirtschaftsinformatik (I17) / Information Systems
Boltzmannstr. 3
85748 Garching b. München, Germany
mailto: leimeister@in.tum.de
tel: +49 – 89 – 28 91 95 10
fax: +49 – 89 – 28 91 95 33
www.winfobase.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

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