Rund 2000 Magen-Darm-Spezialisten tagen in Münster

Die Stadt Münster wird in der Zeit vom 12. bis 15. September 2001 zum Mekka für Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland, die sich mit der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Leber beschäftigen. Denn in der Halle Münsterland findet in dieser Zeit die 56. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) statt, einem Zusammenschluss von über 3000 Fachexperten aus Deutschland. Rund 2000 von ihnen werden zu diesem großen Mediziner-Kongress in Münster erwartet. Tagungsleiter ist der derzeitige Präsident der DGVS und Direktor der Medizinischen Klinik B des Universitätsklinikums Münster, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram Domschke.

Die Magen-, Darm- und Leberspezialisten erwartet bei diesem Kongress ein breiter Überblick über den aktuellen Wissensstand auf diesen Gebieten und viel Raum für einen intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch. Zur Sprache kommen die gesamte Bandbreite von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und angrenzender Organe und die unterschiedlichsten Möglichkeiten der internistischen Therapie. Das Themenspektrum erstreckt sich dabei unter anderem auch auf die Möglichkeiten der Endoskopie in Diagnostik und Therapie, auf Krebserkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes sowie auf Fragen rund um die Zuckerkrankheit und Ernährungstherapie.

Ein ganzer Kongresstag ist im Rahmen eines Kurses für Nachwuchsmediziner der „Therapie der Lebererkrankungen 2001“ gewidmet. Dabei werden führende Experten aus ganz Deutschland über den aktuellen Stand der Therapie bei Leberentzündungen, Leberzirrhose und ihren Komplikationen, bei Lebertumoren und anderen, zum Teil erblichen Lebererkrankungen berichten. Insgesamt umfasst diese große Medizinertagung 19 klinische Symposien und 16 Forschungsseminare, in denen über 250 Experten sowohl über praktisch-klinische als auch über aktuelle wissenschaftliche Aspekte berichten. Darüber hinaus werden in über 500 Kurzvorträgen und Postern neueste wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert. Auf die 30 besten Beiträge wartet eine Auszeichnung durch den Präsidenten.

Neben einem breiten Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Internisten, die sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Leber beschäftigen, ist den Veranstaltern aber auch die Kommunikation mit Kollegen angrenzender Fachdisziplinen,
wie beispielsweise mit Chirurgen und Pathologen, wichtig, die ihrerseits in die Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen involviert sind. Besondere Veranstaltungsformen im Rahmen der Tagung haben das Ziel, die Kommunikation zu vertiefen und die Verzahnung der einzelnen Bereiche bewusst zu fördern.

Nicht zu kurz kommt bei dem Kongress in Münster auch die derzeit vieldiskutierte „evidence based“ Medizin, bei der es um eine Absicherung und mögliche qualitative Optimierung ärztlicher Entscheidungen in der Praxis durch zentral abrufbares, faktengesteuertes Wissen geht. Durch die Nutzung neuester Kommunikationstechniken mit Internet-Anbindung sollen den Kongressteilnehmern im Rahmen eines entsprechenden Seminars solche Möglichkeiten vor Augen geführt werden. In wieder einem anderen Kurs werden interessierte Teilnehmer mit den modernen molekulargenetischen Analysemethoden und entsprechenden Techniken vertraut gemacht und durch Ärzte, die im unmittelbaren Patientenkontakt stehen, für einen differenzierten Umgang mit diesen Methoden sensibilisiert.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion über die künftige Finanzierung des Gesundheitssystems in Deutschland werden sicher auch Veranstaltungen zu berufspolitischen Themen auf Interesse stoßen. Dabei werden unter anderem Aspekte einer „integrierten Versorgung“ und der künftigen Form der Krankenhausfinanzierung erörtert und ihre Auswirkungen auf die Qualität der ärztlichen Versorgung diskutiert.

Neben Medizinern werden auch Krankenschwestern und Pfleger sowie auch Patienten in die Tagung der DGVS einbezogen. Auf dem Programm stehen beispielsweise ein Fortbildungskongress für Endoskopieschwestern und -pfleger sowie verschiedene Arzt-Patienten-Seminare für Patienten, die an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Lebererkrankungen oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse leiden. An alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in und um Münster dagegen richtet sich eine öffentliche Abendveranstaltung am Dienstag, 11. September 2001, in der Aula des Schlosses. Ein hochkarätiges Gremium, darunter die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn, wird dort von 20 bis 21.30 Uhr über Chancen und Risiken genetisch veränderter Nahrungsmittel diskutieren.

Media Contact

Jutta Reising idw

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