Neue Impf-Empfehlung: Säuglinge gegen Pneumokokken impfen

Besuch beim Kinderarzt: Ab sofort werden viele Babys auch gegen Pneumokokken geimpft. Foto: Wyeth

Aufgrund der Einführung des neuen Konjugat-Impfstoffs, der erstmals die Impfung von Säuglingen ab der achten Lebenswoche gegen Pneumokokken ermöglicht, hat die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) am vergangenen Freitag ihre Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung erweitert. Ab sofort wird die Impfung für zahlreiche Kinder mit gesundheitlicher Gefährdung empfohlen. Bisher gab es keine Möglichkeit, Babys vor den gefährlichen Pneumokokken zu schützen.

Die STIKO empfiehlt die Pneumokokken-Impfung für alle frühgeborenen Babys, die kürzer als 38 Wochen ausgetragen wurden. Ebenso wird die Impfung für alle Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht, Gedeihstörungen, neurologischen Krankheiten sowie für Babys mit Immundefekten oder chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Fehlern, Krankheiten der Atmungsorgane, Diabetes u.s.w. empfohlen. Kinder dieser Gruppen haben ein hohes Risiko, an Pneumokokken zu erkranken; genaue Auskunft gibt im Einzelfall der Kinderarzt.

Die STIKO bescheinigt dem neuen Impfstoff gute Verträglichkeit und ausgezeichnete Wirksamkeit gegen die gefährlichen invasiven Pneumokokken-Infektionen. Zu diesen Krankheiten gehört Hirnhautentzündung, Lungenentzündung und Sepsis. Rund 1,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich weltweit allein an einer durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündung. Schwerste Folgen hat auch die Hirnhautentzündung, an der in Deutschland jährlich knapp 300 Kinder durch Pneumokokken erkranken. 10 Prozent der Kinder sterben, 20 Prozent tragen lebenslange Folgeschäden wie Taubheit, Lähmungen, Epilepsie oder geistige Schäden davon.

Da die meisten und die besonders schweren Pneumokokkeninfektionen bei Babys bereits im ersten Lebensjahr auftreten, empfiehlt die STIKO, mit der Impfung so früh wie möglich, also nach Vollendung des 2. Lebensmonats zu beginnen. Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts ist in Deutschland die wichtigste Instanz in allen Impffragen. Sie gibt den Impfkalender heraus, nach dem sich fast alle Kinderärzte und impfenden Ärzte richten. Die STIKO-Empfehlungen gelten als akzeptierter Stand des Wissens für den impfenden Arzt.

Media Contact

Britta Meyer ots

Weitere Informationen:

http://www.impf-dein-baby.de.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Sensorlösung prüft Elektrolythaushalt

Optischer Mikroringsensor zur quantitativen Bestimmung von Elektrolyten. Elektrolyte sind entscheidend für den Wasserhaushalt und die Flüssigkeitsverteilung im menschlichen Organismus. Da sich die geladenen, im Blut gelösten Teilchen in ihrem komplexen…

Individualisierte Fingergelenksimplantate aus dem 3D-Drucker

Mehr Beweglichkeit durch KI: Die Remobilisierung von Fingergelenken, die durch Erkrankungen oder Verletzungen beeinträchtigt sind, ist ein Zukunftsmarkt der bedarfsgerechten Versorgung von Patientinnen und Patienten. Das Konsortium »FingerKIt«, in dem…

Vom Klimagas zum industriellen Rohstoff

Statt CO2 in die Atmosphäre zu entlassen, wo es den Klimawandel weiter antreibt, kann es auch als Rohstoff dienen: Etwa für industriell benötigte Substanzen wie Ameisensäure oder Methanol. Auf Laborebene…

Partner & Förderer