Lebensstil-Änderung: Bessere Aussichten nach Bypass-Operation für motivierte Patienten

„Bypass-Patienten, die bereits vor der Operation im Krankenhaus an einem gezielten psychologischen Motivationsprogramm zur Veränderung ihres Lebensstils teilnehmen, haben einen messbaren Vorteil bei der langfristigen Reduktion von kardiovaskulären Risikofaktoren“, berichtete Dr. Christoph Schimmer von der Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Universität Würzburg anlässlich der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Hamburg.


Das Motivationsprogramm soll dazu beitragen, dass Patienten ihren Lebensstil dauerhaft ändern und damit das Risiko für weitere Gefäßschäden reduzieren. In einer Studie konnte das Würzburger Team nachweisen, dass derartige Bemühungen tatsächlich fruchten. Dr. Schimmer: „Die Motivation der Bypass-Patienten, ihren Lebensstil zu ändern, steigt nachweislich an, wenn ein solches Programm vor der Operation begonnen wird.“ Untersucht wurden insgesamt 142 Patienten: Eine Gruppe erhielt die übliche Behandlung, die andere nahm am Motivationsprogramm unter der Leitung eines Psychologen teil. Alle Patienten konnten an einer postoperativen kardialen Rehabilitation teilnehmen, diese war jedoch nicht verpflichtend.

Variable wie die individuellen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren (etwa Bluthochdruck und Cholesterinwerte) die aktuelle Medikation und die körperliche Kondition wurden vor der Operation sowie nach einem Jahr erhoben, und die Ergebnisse miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die körperliche Kondition hatte sich insgesamt bei 111 Personen verbessert (78,2 Prozent). In der Gruppe, die nicht am Motivationsprogramm teilgenommen hatte, nahmen 67,2 Prozent an zusätzlicher kardialer Rehabilitation teil, in der anderen Gruppe waren es 81,9 Prozent.

Die Studie förderte deutliche Hinweise zutage, dass die Motivationsgruppe bei vielen Risikofaktoren besser abschnitt als die herkömmlich betreute Gruppe, nämlich beim Body-Mass-Index (BMI), LDL-Cholesterin Triglyzeride und Blutzucker. In beiden Gruppen konnte eine signifikante Reduktion des Bluthochdrucks und Gesamtcholesterin beobachtet werden.
Bleiben solche Risikofaktoren nach der Operation bestehen, schreitet die Gefäßverkalkung auch nach dem Eingriff voran, wodurch auch der Bypass zerstört werden kann, was einen neuerlichen Eingriff erforderlich macht. Frühere Langzeit-Studien hatten gezeigt, dass sich durch Maßnahmen der Primär- und Sekundärprävention eine Reduktion der kardiovaskulären Sterblichkeit von 20 bis 30 Prozent erreichen lässt.

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