"Super Size me" in Deutschland – Verbraucherzentrale Hamburg mit aktuellem Marktcheck

„Der Teller wird aufgegessen“. Ein typisch deutscher Satz, der von Generation zu Generation weitervererbt zu werden scheint. Dass diese Tischsitte pädagogisch angreifbar ist, scheint unstrittig. Ernährungsphysiologisch ist sie jedenfalls bei immer größer werdenden Portionen eine gesellschaftliche Katastrophe.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun die angebotenen XXL-Formate genauer unter die Lupe genommen. Der Test der Verbraucherzentrale in 13 Hamburger Kinos ergab: „Knapp 40 Prozent schnitten mit mangelhaft oder ungenügend ab. Sie verkaufen fast nur XXL-Produkte wie 1,5 Liter Cola, „Kingsize“-Snacks oder Mega-Portionen Popcorn“, so Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale. Das Grundprinzip bleibt klar. Je größer die Menge, desto billiger.die Kalorien – ein besonderer Anreiz für Jugendliche bei den ohnehin schon recht hohen Preisen.

Bei Hamburgs Videotheken gibt es einen ähnlichen Trend. Zwei Drittel haben XXL-Produkte im Angebot. Hier sind es auch wieder die größeren Anbieter, die beim Kampf gegen die Kilos keine gesunden Alternativen und keine kleinen Mengen mit Naschzeug anbieten.
Im Einzelhandel geht es laut Verbraucherzentrale ebenfalls in die gleiche Richtung: Mehr Kalorien für weniger Geld. Die Tester fanden in Supermärkten viele Süßwaren und Knabberzeug in „KingSize“-Größen. Das größte Problem dabei ist: Nach dem Anbrechen einer Portion stoppen viele Menschen erst, wenn der gesamte Inhalt verspeist ist.

„Supersizing“ gibt es auch im Fast Food Restaurant. Burger King scheute sich nicht, vor Weihnachten noch ein XXXXL-Menu anzubieten, mit mehr als 1.700 Kcal pro Portion, allein dieses eine Essen deckt 80 Prozent des gesamten Tagesbedarfs eines 10 bis 13-jährigen Kindes. Aber auch im neuen Jahr sind das Maxi-Menü bei Burger King (1.685 Kcal) und bei McDonalds (1.738 Kcal) hochkalorische Mastkost – nicht einmal für schwer körperlich arbeitende Erwachsene zu empfehlen, so die Verbraucherschützer.

Die Verbraucherzentrale appelliert abschließend an den im vergangenen Herbst gegründeten Verein „Plattform Ernährung und Bewegung“, sich unbedingt mit dem Angebot von ungesunden Riesenportionen auseinanderzusetzen.

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Harald Seitz aid-presseinfo

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