Herzrhythmus arbeitet tagesrhythmisch

Ursache für Infarkte zu bestimmten Zeiten gefunden

Wissenschaftler der Harvard Medical School haben entdeckt, dass es bestimmte Tageszeiten gibt, in denen Herzprobleme häufiger auftauchen. In Studien ist dann klar geworden, warum Herzattacken besonders häufig um 10 Uhr Vormittag passierten. Dies hat mit einem Tagesrhythmus des gesamten Herzens zu tun und dieser betrifft auch gesunde Menschen, berichten sie im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.

Steven Shea und sein Team haben Probanden im Alter von 20 bis 33 Jahren über einen längeren Zeitraum untersucht. Die Freiwilligen hatten sich bereit erklärt in individuellen Suiten zu leben und hatten ihren gewohnten Lebensrhythmus umgestellt. Über einen Zeitraum von zehn Tagen wurden die Probanden genau beobachtet und mit Hilfe eines Elektrokardiogramms wurden die spezifischen Schlafrhythmen und Wachzustände genauer untersucht. Die Forscher interessierte insbesondere der „Scaling-Exponent“, jener Messwert, der die zeitliche Korrelation in der Herzschlagdynamik charakterisiert.

Demnach konnten die Forscher feststellen, dass dieser Exponent um etwa zehn Uhr in der Früh stark ansteigt. Genauer gesagt, konnten die Wissenschaftler einen Anstieg der Herzschläge im 24-Stunden-Rhythmus zwischen neun und elf Uhr erkennen. Dies war nicht abhängig von den täglichen Aktivitäten. Die Forscher leiten daher ab, dass der Herzmechanismus offensichtlich eng an ein endogenes tagesrhythmisches Schrittmachersystem gebunden ist. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Möglicherweise kann damit in Zukunft Risikopatienten geholfen werden.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.pnas.org

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Kunststoffe – alles Müll?

»Open Lab« im Fraunhofer LBF gibt Einblicke in die Kunststoffforschung. Als erste Stadt in Deutschland erhielt Darmstadt vor 25 Jahren den Ehrentitel »Wissenschaftsstadt«. Auch das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit…

Zukunft der Ampel wird weiter erforscht

Das Forschungsprojekt „KI4LSA“, welches die Frage beantworten sollte, ob die Steuerung von Ampelanlagen mit künstlicher Intelligenz (KI) den Verkehrsfluss verbessern kann, bringt Fraunhofer im August 2022 zum Abschluss. Über 30…

Schmerzlinderung ohne Nebenwirkungen und Abhängigkeit

Forschende der FAU nutzen Adrenalin-Rezeptoren für hochwirksame Analgetika. Neuartige Substanzen, die Adrenalin- statt Opioid-Rezeptoren aktivieren, haben eine ähnliche schmerzlindernde Wirkung wie Opiate, jedoch keine negativen Folgen wie Atemdepression und Abhängigkeit….

Partner & Förderer