Neue therapeutische Strategien zur Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen

Prof. Dr. Joachim Thiery

Welche neuen Strategien zur Vorbeugung des Herzinfarktes gibt es heute? Prof. Thiery lud für den 23. Juni 2001 international ausgewiesene Stoffwechselexperten und Kardiologen nach Leipzig ein, um neue therapeutische Strategien in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen zu diskutieren. Fragen nach der modernen diagnostischen Strategie und nach den Zielsetzungen der Prävention werden hier ebenso eine Rolle spielen wie die brisante Diskussion, welche und wie viel Prävention wir uns bei dem rasanten medizinischen Fortschritt und dem Älterwerden der Bevölkerung in unserem Gesundheitssystem überhaupt noch leisten können. 

Neue therapeutische Strategien zur Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen – Symposium am Universitätsklinikum Leipzig

Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße sind in der westlichen Welt die Todesursache Nummer 1. Das liegt einerseits am hier verbreiteten Lebensstil der Menschen, der durch Bewegungsarmut und fettreiche Kost gekennzeichnet ist. Andererseits werden durch Fortschritte der Medizin die Menschen und auch ihre Arterien immer älter; hieraus resultiert auch eine Zunahme von Herz- und Gefäßerkrankungen.

Das Team um Prof. Dr. med. Joachim Thiery, Direktor des Institutes für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik am Universitätsklinikum Leipzig und neuer Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung, das diese Tagung organisiert, zählt zu den wissenschaftlich hervorragend ausgewiesenen Arbeitsgruppen in Deutschland auf dem Gebiet des Cholesterinstoffwechsels, der Koronarprävention und der Erforschung genetischer Faktoren der Arteriosklerose und der Herzinfarktdisposition. Er ist der Meinung, dass man von Kindesbeinen an einen Lebensstil pflegen sollte, der für die Zukunft Gesundheit sichert. Jeder sollte seinen Cholesterinwert und seine Risikofaktoren kennen. Eine Orientierung an mediterraner Ernährung mit einer Reduktion von gesättigten Fetten, verbunden mit regelmäßiger Bewegung können dem Herzinfarkt auch ohne Medikamente vorbeugen.

Welche neuen Strategien zur Vorbeugung des Herzinfarktes gibt es heute? Prof. Thiery lud für den 23. Juni 2001 international ausgewiesene Stoffwechselexperten und Kardiologen nach Leipzig ein, um neue therapeutische Strategien in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen zu diskutieren. Fragen nach der modernen diagnostischen Strategie und nach den Zielsetzungen der Prävention werden hier ebenso eine Rolle spielen wie die brisante Diskussion, welche und wie viel Prävention wir uns bei dem rasanten medizinischen Fortschritt und dem Älterwerden der Bevölkerung in unserem Gesundheitssystem überhaupt noch leisten können.

Die Tagung ist in zwei große Komplexe gegliedert: Vormittags liegt der Schwerpunkt auf der Therapie von Fettstoffwechselerkrankungen; nachmittags stehen Adipositas und Diabetes – neue Präventionsstrategien zur Verhinderung kardiovaskulärer Folgeerkrankungen auf der Tagesordnung.

Fettstoffwechselstörungen zählen zu den führenden Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen. Zu viel Cholesterin im Blut führt in den Blutgefäßen zu entzündlichen Reaktionen mit einer Speicherung von Cholesterin als sogenannte Plaques in der Gefäßwand. Es kommt zur Arteriosklerose, in deren Folge es zum Aufbrechen der Gewfäßwandplaques und dem plötzlichen Verschluss eines Blutgefässes kommen kann. Es resultieren Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere lebensgefährliche Erkrankungen im Versorgungsgebiet der Blutgefässe.

Bestimmte cholesterinsenkende Medikamente (Statine) haben überaus überzeugend ihren Nutzen in der Verhinderung von Herzinfarkten und in der Verlängerung der Lebenszeit gezeigt. Allerdings ist ihr Einsatz nicht bei jedem erhöhten Cholesterin indiziert. Deshalb dürfte der Beitrag zu dieser Thematik unter dem Blickwinkel einer evidence-based medicine besonders interessant sein. In diesem Zusammenhang werden auch neue Optionen zum Einsatz cholesterinsenkender Medikamente als mögliche Alternative zu risikoreichen invasiven Eingriffen (PTCA; Bypass) dargestellt. Neben der Hypercholesterinämie spielt heute als herausragende Ursache des Herzinfarktes der Symptomenkomplex mit Diabetes mellitus, Adipositas und Bluthochdruck eine zentrale Rolle. In der Therapie des Diabetes wurden in jüngster Zeit völlig neue Ansätze aus Erkenntnissen der molekularen Forschung entwickelt.


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Alle auf dem Symposium vertretenen namhaften Ärzte und Wissenschaftler vereint die Grundidee, der Killerkrankheit Nummer eins, der Arteriosklerose zu begegnen. Da zur Prävention auch Aufklärung der Patienten gehört, nehmen wir gern die Hilfe der Medien in Anspruch. Sie sind herzlich eingeladen, an unserem Symposium oder einzelnen Vorträgen teilzunehmen oder mit den Referenten zu sprechen. Das Symposium am 23. Juni beginnt um 9.00 Uhr im Hörsaal Chemie, Johannisallee 29. Wenn sie im Vorfeld einen Beitrag zu den angeschnittenen Themen oder zu anderen Fragen planen (ein Programm stellen wir Ihnen gern zur Verfügung; Pressestelle, Tel.: 0341 97 30 152; Fax: 0341 97 30 159; E-Mail: adams@uni-leipzig.de ) setzen Sie sich bitte mit dem Organisator des Symposiums, Herrn Prof. Thiery thiery@medizin.uni-leipzig.de , in Verbindung, Tel.: 0341 97 22 254; Fax: 0341 97 22 209.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Bärbel Adams

Media Contact

Dr. Bärbel Adams idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroplastik – Schwämme als marine Bioindikatoren

Schwämme lagern als „Staubsauger der Meere“ zahlreiche Partikel ein – darunter auch Mikroplastik und andere Mikroverunreinigungen, wie LMU-Wissenschaftler zeigen. Dies macht sie zu vielversprechenden Bioindikator-Kandidaten. Die Verschmutzung der Meere durch…

Vanille-Anbau unter Bäumen fördert Schädlingsregulation

Team unter Göttinger Leitung untersucht Agroforstsysteme Der Anbau von Vanille in Madagaskar bringt den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein gutes Einkommen, aber ohne Bäume und Büsche können die Plantagen sehr artenarm…

KI macht‘s möglich: Kundenwünsche von morgen, schon heute eingeplant

Wie lässt sich die Auftragsabwicklung eines Automobilherstellers optimieren? Im Projekt »KI-basierte Produktionsplanung und -steuerung« entwickeln IPA-Forscher zusammen mit der Porsche AG smarte Lösungen für die Fertigung der Zukunft. Diese helfen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close