Bei den Akutkliniken ist die Teleradiologie im Kommen

Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg umfassend überprüfen lassen, ob und in welchem Maße Akutkliniken bereits die Möglichkeit nutzen, medizinische Bilder elektronisch zu übertragen. Die jetzt vorgelegte Studie des Trierer Instituts für Telematik zeigt: Fast 50 Krankenhäuser setzen bereits die Teleradiologie ein. Ein Großteil der insgesamt 172 Akutkliniken, die sich an der Umfrage beteiligten, will in den kommenden beiden Jahren die neue Technologie einführen, die vor allem für die Notfallmedizin großen Zeitgewinn bringt.

„Immer noch knapp drei Viertel der Akutkrankenhäuser tauschen radiologische Bilder allerdings auf dem herkömmlichen, umständlichen Weg per Post, Taxi oder Kurierdienst aus“, stellte Professor Christoph Meinel (47), Leiter des Trierer Instituts für Telematik, bei der Vorlage des Berichts fest. Die Studie war vom Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg in Auftrag gegeben worden. Abgesehen von den Großkrankenhäusern, bei denen jedes zweite bereits medizinische Bilder elektronisch austausche, sei die Nutzung der Teleradiologie in Baden-Württemberg als „zur Zeit noch sehr zurückhaltend“ zu bezeichnen, sagte Meinel.

Gleichzeitig hielten aber 83 Prozent der betroffenen Ärzte an den Akutkliniken des Landes den Einsatz der Teleradiologie im eigenen Hause für notwendig. Gerade für die Notfallmedizin, in der es zum Beispiel bei Schlaganfällen auf jede Minute ankomme, verspreche die elektronische Übermittlung von Bildern an einen konsultierten Spezialisten erheblichen Zeitgewinn, betonte der Trierer Telematik-Professor, dessen Institut sich intensiv mit der sogenannten Telemedizin befasst. Prof. Meinel: „Während der Bildtransport per Auto nach dem Ergebnis unserer Studie durchschnittlich mehr als 100 Minuten dauert, sorgt die Teleradiologie dafür, dass ein konsultierter Spezialist sich die radiologischen Befunde innerhalb weniger Minuten anschauen kann“. Problem sei in der Teleradiologie aber noch die geringe Kompatibilität der eingesetzten Verfahren. Deshalb forderten fast 90 Prozent der befragten Ärzte eine Standardisierung der Übertragungswege.

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