Lichtblick auf der Suche nach HIV-Quelle

Virus in Schimpansen ist Hybrid aus zwei Erregern anderer Affenarten

Bisher war bekannt, dass HIV-1, ein Typ des HI-Virus, von Schimpansen auf den Menschen übertragen wurde. Das Geschehen davor war aber ungeklärt. Ein Team um Paul Sharp, University of Alabama, forschte nach der Geschichte des Virus vor der Infektion der Schimpansen. Demnach ist HIV-1 ein Hybrid, eine Kreuzung aus zwei genetisch unterschiedlichen Erregern, gaben die Forscher in einer Aussendung bekannt.

HIV-1 entsteht im Menschen durch das Virus SIVcpz, das zuvor in Schimpansen aus zwei weiteren SI-Viren entstanden ist. Zwei unterschiedliche Affenarten in Afrika sind mit diesen Viren infiziert: die Rotkopf-Mangaben (SIVrcm) und die Weißnasenmeerkatzen (SIVgsn). Schimpansen ernähren sich u.a. vom Fleisch anderer Affenarten und könnten sich so mit beiden Viren infiziert haben, berichten die Forscher. In den Schimpansen entstand dann das Hybrid SIVcpz. Auf den Menschen übertragen wurde das Virus durch Jagen von Schimpansen und den Verzehr des Fleisches, des so genannten „bushmeat“. SIV war bei den Affen bereits lange Zeit verbreitet, während es bei Schimpansen erst kürzlich aufgetreten ist.

Ebenso wie die Schimpansen können Menschen mit zwei Arten von HI-Viren infiziert werden: HIV-1 und HIV-2. Letzteres wird von Halsbandmangaben aus Westafrika übertragen. Der Unterschied zwischen SIV-Infektionen bei Schimpansen und HIV-Infektionen beim Menschen liegt darin, dass die Primaten keinerlei Symptome entwickeln. Die Gründe dafür sind noch nicht geklärt.

Zukünftige Forschungen werden sich weiter mit SI-Viren in Affen und Schimpansen beschäftigen. Beispielsweise wäre es interessant zu erfahren, ob Schimpansen auch SIVs von anderen Affenarten tragen können, so die Wissenschaftler. In einem solchen Fall wäre es möglich, dass auch diese Viren Menschen infizieren – ein potenzielles HIV-3.

Media Contact

Bettina Benesch pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.ua.edu

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