Ernährung in den Wechseljahren

Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, sollten sie viel Wert auf eine gesunde Ernährung legen. Denn mit der nachlassenden Hormonproduktion in den Eierstöcken steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich an.

„Der Herzinfarkt der Frau ist immer noch ein unterschätztes Risiko“, sagte Dr. Elke Lehmkuhl, Charité Berlin, beim Bundeskongress der drei Berufsverbände BDEM (Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V.), VDD (Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V.) und VDOE (Verband der Oecotrophologen e. V.) am 25. und 26. April 2008 in Wolfsburg.

Mittlerweile sterben Frauen sogar häufiger an den Folgen von Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall als Männer. Neben den Risikofaktoren Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes spielt dabei die Adipositas eine wichtige Rolle. Fast jede Frau nimmt in den Wechseljahren zu – mit 50 Jahren sind etwa 60 Prozent übergewichtig, davon 24 Prozent sogar adipös. Hauptursachen sind zu wenig Bewegung und der sinkende Energiebedarf – immerhin braucht eine 50-jährige Frau täglich 400 Kalorien weniger als eine 25-Jährige.

Unglücklicherweise sammelt sich das Fett nach den Wechseljahren nicht mehr an Hüfte und Oberschenkeln, sondern vor allem im Bauchbereich. Diese stammbetonte Adipositas ist gefährlich, weil sie den Nährboden für Typ-2-Diabetes und Arteriosklerose darstellt. Die Körperfettverteilung ist zwar im Wesentlichen hormonell bedingt, doch spielen möglicherweise auch Essmuster eine Rolle: Einer Studie zufolge stieg der Taillenumfang mit dem Wurst- und Fleischkonsum, nicht aber mit der Aufnahme von Obst und Gemüse.

Vor diesem Hintergrund sollten Frauen in den Wechseljahren „auf eine energiekontrollierte Kost mit hoher Nährstoffdichte achten“, empfahl Dr. Birgit-Christiane Zyriax vom Zentrum für Klinische Studien in Hamburg. Oft seien Getränke Kalorienfallen: Nicht nur Softdrinks, sondern zum Beispiel auch Fruchtsäfte liefern erhebliche Mengen an Energie. Obst und Gemüse wirken sich zusammen mit einer reduzierten Kochsalzaufnahme und fettarmen Milchprodukten günstig auf den Blutdruck aus. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind ebenfalls empfehlenswert: Sie sättigen lang anhaltend, senken den Blutzuckerspiegel und das Diabetesrisiko. Erhöhte LDL-Cholesterinwerte lassen sich am besten durch die Einschränkung gesättigter Fettsäuren senken.

Einen günstigen Einfluss auf die Blutfette haben außerdem einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Dass sich eine Lebensstilumstellung lohnt, beweisen die Daten der Nurses-Health-Study: 82 Prozent aller Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen lassen sich durch gesunde Ernährung, Rauchverzicht, regelmäßige körperliche Aktivität und Normalgewicht vermeiden.

Media Contact

Dorothee Hahne aid infodienst

Weitere Informationen:

http://www.aid.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Neue Produktionstechnologie für schwere Nutzfahrzeuge

Das EU-Klimaziel, den CO2-Ausstoß von neuen Pkw bis 2030 um 37,5 Prozent zu senken, soll bereits in fünf Jahren auch auf schwere Nutzfahrzeuge ausgedehnt werden. Weitere Verschärfungen der Ziele werden…

Neues Modell zur Genregulation bei höheren Organismen

Gene können je nach Bedarf an- und ausgeschaltet werden, um sich an Umweltveränderungen anzupassen. Aber wie genau interagieren die verschiedenen beteiligten Moleküle miteinander? Wissenschaftler des Institute of Science and Technology…

Infektionsrisiko COVID-19: Simulation von Aerosolbelastung in Räumen

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain (HSRM) wurde ein Simulationsmodell erstellt, mit dem die Aerosolausbreitung in Räumen berechnet, bewertet und untersucht werden kann. Das Simulationsmodell ist in der Lage, unterschiedliche…

Partner & Sponsoren

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close