Vorbericht zur Update-Recherche von Brustkrebs-Leitlinien erschienen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 28. April 2008 die vorläufigen Ergebnisse einer Update-Recherche evidenzbasierter Leitlinien zu Brustkrebs vorgelegt.

Ziel des Berichts ist es, aus aktuellen, methodisch hochwertigen Leitlinien diejenigen Kernempfehlungen zu identifizieren, die für die geplante Überarbeitung des Disease-Management-Programms (DMP) Brustkrebs von Bedeutung sein könnten. Bis zum 26. Mai 2008 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Evidenz ausführlich dokumentiert

Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) haben die Wissenschaftler systematisch nach neuen Leitlinien gesucht, deren methodische Qualität bewertet und daraus relevante Empfehlungen zusammengestellt. Sie umfassen die Aspekte Diagnose, Therapie, Nachsorge und Rehabilitation ebenso wie psychosoziale Betreuung und Patientinneninformation. Zudem dokumentiert der Vorbericht die in den Leitlinien genannten wissenschaftlichen Belege für diese Empfehlungen. Erneut überprüft wurde die Evidenz allerdings nicht. Darin unterscheiden sich die Leitlinienbewertungen von den Nutzenbewertungen des Instituts.

Keine Widersprüche zwischen DMP und aktuellen Empfehlungen

Eingeschlossen wurden insgesamt 22 hochwertige Leitlinien, die Empfehlungen zur Behandlung des Brustkrebs enthalten. Wie die Auswertung ergab, stimmen die Empfehlungen mit den Vorgaben des DMP weitgehend überein. Die Wissenschaftler fanden aber einige Neuerungen, die es erforderlich machen, über eine Modifikation des DMP zu beraten. Dies betrifft insbesondere die Empfehlungen zur Antikörpertherapie mit Trastuzumab als generelle Indikation bei bestimmten Formen des Mammakarzinoms. Der Wirkstoff war erst nach der letzten Umarbeitung des DMP Brustkrebs zur adjuvanten Therapie in Deutschland zugelassen worden.

Zudem behandeln die aktuellen Leitlinien eine ganze Reihe von Versorgungsaspekten zur Diagnostik, operativen Therapie, Strahlentherapie, Systemtherapie und Nachsorge detaillierter, als das im DMP der Fall ist. Möglichen Ergänzungs- und Spezifizierungsbedarf sieht das Institut beispielsweise im gesamten Bereich der Systemtherapie. Im Unterschied zum DMP werden in den Leitlinien insbesondere bei der endokrinen Therapie und der Chemotherapie einzelne Substanzen und Therapieregimes benannt.

Einige Leitlinien empfehlen außerdem den Einsatz von „Breast Care Nurses“ – einer speziell ausgebildeten Pflegeexpertin für Brusterkrankungen.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Die berichtsspezifische Methodik hatte das IQWiG in der vorläufigen Version des Berichtsplans im Juli 2007 dargelegt und um Stellungnahmen gebeten. Diese wurden zusammen mit einer Würdigung und der Version 1.0 des Berichtsplans im Oktober 2007 publiziert. Auch die Stellungnahmen zum Vorbericht werden nach Ablauf der Frist gesichtet. Sofern sie Fragen offen lassen, werden die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen. Danach wird der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht an den Auftraggeber G-BA weitergeleitet.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Anna-Sabine Ernst idw

Weitere Informationen:

http://www.iqwig.de

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