Früherkennung von Down-Syndrom

Ob ein Kind mit einem Down-Syndrom zur Welt kommt, kann ein Arzt häufig schon früh in der Schwangerschaft anhand der sogenannten „Nackentransparenz“ im Ultraschallbild erkennen. Die Untersuchung ist jedoch anspruchsvoll und gelingt erst nach intensivem Training.

Dies hat eine Studie bestätigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) setzt sich deshalb verstärkt für eine mehrstufige Fortbildung der Ultraschallärzte ein.

Die Nackentransparenz im Ultraschallbild entsteht dadurch, dass sich hinter der Haut im Nackenbereich Flüssigkeit sammelt. Ist dieser Bereich dicker als im Durchschnitt, weist dies auf ein Down-Syndrom oder andere Störungen in der Chromosomenzahl hin. „Zusammen mit einer Blutuntersuchung können erfahrene Ärzte solche Trisomien in etwa 90 Prozent der Fälle richtig vorhersagen“, berichtet Professor Dr. med. Eberhard Merz, Präsident der DEGUM vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt/Main.

Wie viel Übung die korrekte Diagnose voraussetzt, zeigt eine in der Zeitschrift Ultraschall in der Medizin (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) veröffentlichte Studie. Der Vergleich an der Universitätsklinik Basel ergab, dass selbst geschickte Ärzte erst nach etwa hundert Untersuchungen über genügend Sicherheit verfügen. Die ersten 20 Untersuchungen hatten die Probanden unter direkter Aufsicht eines erfahrenen Ultraschallmediziners durchgeführt. Danach waren sie monatlich überprüft worden.

„Die Studie zeigt, wie wichtig eine strukturierte und fundierte Ausbildung in der Ultraschallmedizin ist“, sagt Professor Merz. Leider sei dies nicht im Lehrplan des Medizinstudiums verankert und auch in der Weiterbildung gebe es bisher keine Standards. Um diesem Mangel zu begegnen, hat die DEGUM ein Mehr-Stufen-Konzept entwickelt. „Nur so können Qualitätsstandards sichergestellt werden“, erklärt der Gynäkologe.

Die Studie sei auch ein Beleg dafür, dass vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) angemahnte Untersuchungen zur Qualifikation der Untersucher bereits vorliegen. „Das Problem ist uns lange bewusst und das Drei-Stufen-Modell ist in unseren Augen am besten geeignet, die Qualität in einem so wichtigen Bereich wie dem Ultraschall-Screening in der Schwangerschaft sicher zu stellen“, erläutert Professor Merz.

Quelle:
Frey Tirri, B.; Troeger, C.; Holzgreve, W.; Tercanli, S.:
Quality Management of Nuchal Translucency Measurement in Residents
Qualitätssicherung bei der Messung der Nackentransparenz
Ultraschall Med 2007; 28 (5): 484-488

Media Contact

idw

Weitere Informationen:

http://awmf.org

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Hoffnung für Menschen mit chronischer Herzschwäche

MHH-Studie weist Verbesserung der Herzfunktion durch mikroRNA-Blocker nach Chronische Herzschwäche ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körperkreislauf pumpen und die Körperzellen nur…

Alternative zum “Gold-Standard”: neuer SARS-CoV-2 Nachweis aus Wien

Forscherinnen und Forscher am Vienna BioCenter entwickelten eine neue Methode für den SARS-CoV-2-Nachweis: mit besonders einfachen Mitteln erreicht ihr RT-LAMP Test Ergebnisse, die ähnlich sensitiv, spezifisch und deutlich billiger als…

Auflösungsweltrekord in der Kryo-Elektronenmikroskopie

Eine entscheidende Auflösungsgrenze in der Kryo-Elektronenmikroskopie ist geknackt. Holger Stark und sein Team am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie haben zum ersten Mal einzelne Atome in einer Proteinstruktur beobachtet und…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close