Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. gegründet: Durchbruch in der Behandlung von Gefäßerkrankungen

Die Gesellschaft vereint Gefäßchirurgen, Angiologen, interventionelle Radiologen und Phlebologen in Klinik, Praxis und Forschung und schafft mit einem jährlichen Kongress in Hamburg ein gemeinsames Podium, um Gefäßerkrankungen künftig auch wissenschaftlich interdisziplinär zu diskutieren.

Welche der zahlreichen neuen Methoden in Diagnostik und Therapie im Einzelfall sinnvoll sind, lässt sich oft nur durch ganzheitliche Betrachtung des Patienten beurteilen. Die unter Federführung der Hamburger Gefäßchirurgen Prof. Dr. Helmut Kortmann (Asklepios Klinik Altona) und Prof. Dr. Eike Sebastian Debus (Asklepios Klinik Harburg) entstandene Vereinigung setzt sich deshalb an die Spitze einer langjährigen Entwicklung, indem sie die Idee der interdisziplinär organisierten Gefäßzentren zur ganzheitlichen und organbezogenen Behandlung von Gefäßkranken aufgreift. Mit einem eigenen Forschungspreis fördert sie gezielt wissenschaftliche Aktivitäten mit diesem Fokus.

Gefäßerkrankungen nehmen deutlich zu
Arterielle und venöse Erkrankungen sind häufig und nehmen aufgrund des demographischen Wandels deutlich zu. Ab dem 65. Lebensjahr lässt sich bei 15% der Bevölkerung eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit nachweisen, bei jedem dritten Patienten liegen eine Schaufensterkrankheit oder eine amputationsbedrohte Extremität vor. Aussackungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysmen) betreffen ebenfalls ältere Menschen, sie treten bei 1-2 Prozent der Über-60-Jährigen auf. Ab dem 80. Lebensjahr lassen sie sich bei jedem zehnten Mann nachweisen. Raucher sind besonders gefährdet. Bei mindestens 500.000 Menschen in Deutschland liegt eine um einem möglichen Schlaganfall vorzubeugen behandlungsbedürftige Verkalkung der Halsschlagader (Carotisstenose) vor, ebenfalls mit überproportionalem Anstieg im Alter. Akute und chronische Venenerkrankungen haben den Charakter von Volkskrankheiten. Hinzu kommen die steigende Prävalenz des Diabetes mellitus (derzeit 6-7%, in den USA 8%) und rund 60.000 Hämodialyse-Patienten.
Fortschritte in allen Bereichen
Große Fortschritte haben in den vergangenen Jahren das diagnostische und therapeutische Spektrum der Gefäßmedizin deutlich erweitert: MR- und CT-Angiographie sowie die Duplex-Sonographie optimierten die Diagnostik, endovaskuläre Techniken wie Ballonangioplasie mit/ohne Stent, Stentprothesen und Lyseverfahren ergänzten die Therapieoptionen, die konventionelle Gefäßchirurgie wurde standardisiert und evidenz-basiert. Bei der primären und sekundären medikamentösen Prävention gehören ASS, Clopidogrel, Statine und nieder-molekulares Heparin heute zum Standard.

Hier den Überblick zu behalten erfordert eine immer komplexere Zusammenarbeit der Fachdisziplinen. Die Gründung der Vereinigung Norddeutscher Gefäßmediziner e.V. mit Sitz in Hamburg stellt daher einen Meilenstein in der ganzheitlichen Behandlung zum Wohle von Gefäßpatienten dar. Kortmann und Debus hoffen, dass diese Entwicklung zügig auch in anderen Regionen und in den nationalen Gesellschaften aufgenommen wird.

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