Frühzeitige Tuberkulose-Erkennung durch Bluttest

Zwei Mrd. Menschen auf der Welt sind nach Daten der WHO mit Tuberkulose (TB) infiziert. Eine aktive TB entwickeln davon ca. neun Mio. Menschen. Obwohl die meisten Tuberkulosefälle aus den Entwicklungsländern stammen (95 Prozent), stellt diese Infektionskrankheit auch in Industrieländern ein ernstzunehmendes Problem dar. Laut einer Studie kann TB nun durch einen neuartigen Bluttest frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Der Pneumologe Roland Diel und sein Team vom Gesundheits- und Umweltamt Hamburg-Harburg untersuchten 600 Personen, die engen Kontakt mit Lungentuberkulose-Erkrankten hatten. Bei all diesen Personen wurde der traditionelle Tuberkulin-Hauttest durchgeführt. Zusätzlich wurde der Bluttest QuantiFERON-TB Gold (QFT) angewandt. „Der QuantiFERON- Bluttest ist in Deutschland seit zwei Jahren auf dem Markt und wird größtenteils im öffentlichen Gesundheitsdienst verwendet. Die Zusage zum Einsatz dieses Bluttests haben wir vom Zentralen Bundeskomitee erhalten. In Österreich ist für den Bluttest zwar noch keine Empfehlung ausgesprochen worden, unser Studienergebnis könnte aber ein Anstoß zur Verwendung dieses Test sein“, erklärt Diel im Gespräch mit pressetext.

Ein Problem für den Ausbruch von Tuberkulose liegt unter anderem in der Schwäche des derzeit verwendeten Tuberkulin-Tests: Personen werden häufig falsch für infiziert erklärt und erhalten eine vorbeugende Therapie, die nicht erforderlich ist. Tatsächlich Infizierte hingegen werden nicht erkannt und erkranken möglicherweise später an TB, weil sie keine vorbeugende Therapie erhalten haben. „Der Bluttest zeigt an, ob eine latente Tuberkulose vorhanden ist. Latent heißt, dass die TB noch nicht ausgebrochen ist, der Patient aber mit Tuberkulose-Bakterien infiziert ist“, erklärt Diel. „Wenn durch diesen Bluttest eine latente TB diagnostiziert worden ist, kann der Ausbruch von TB verhindert werden. Mit einem Antituberkulotikum ist der Schutz vor einem Ausbruch bis zu 90 Prozent gegeben“, meint Diel. Die Kosten einer Therapie nach Ausbruch einer Tuberkulose belaufen sich auf 18.000 bis 19.000 Euro. Eine zusätzliche Chemotherapie kostet etwa 170 Euro.

Wird der QFT-Bluttest künftig für die Untersuchung von Personen, die Kontakt mit Tuberkulose-Infizierten hatten, eingesetzt, können Gesundheitsbehörden, Ärzte und Patienten davon doppelt profitieren. Fälschlich gestellte TB-Diagnosen werden drastisch reduziert. Nur noch jene Personen werden weiter behandelt, die wirklich eine vorbeugende Therapie benötigen. Damit entfallen weltweit die Kosten und Nebenwirkungen mehrerer Millionen Tabletten. Auch den Betroffenen bleiben unnötige Röntgenaufnahmen erspart. Ein weiterer Vorteil dieses Bluttests ist, dass Personen mit hohem Erkrankungsrisiko sicher erkannt werden. Somit können durch eine rechtzeitige Früherkennung der TB, Neuerkrankungen reduziert werden.

Ansprechpartner für Medien

Sandra Haas pressetext.deutschland

Weitere Informationen:

http://www.fhh.hamburg.de

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