Pollenallergie: „Chance einer dauerhaften Heilung nicht verpassen“

Für Baumpollenallergiker hat aufgrund der warmen Temperaturen bereits im Januar die Heuschnupfensaison mit Naselaufen, Augentränen und eventuell auch Asthma begonnen.

Doch es können auch noch andere Folgen der Allergie dazu kommen, erklärt Privat-Dozent Dr. Randolf Brehler von der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster (UKM): „Auch Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche können Symptome der Allergie sein, das beeinträchtigt dann auch direkt die Leistungsfähigkeit der Betroffenen.“

Die auftretenden Allergiebeschwerden der Patienten können mit verschiedenen Medikamenten, die die Symptome der Allergie unterdrücken, behandelt werden. Die wichtigsten Medikamente zur Therapie des Heuschnupfens sind Antihistaminika, aber auch z.B. kortisonhaltige Nasensprays. Derzeit sind viele Allergiemedikamente in der Apotheke frei verkäuflich und müssen von den Patienten nach Weisung des Gesetzgebers meist selbst bezahlt werden.

„Damit kann sich für Allergiker die Frage stellen, ob sie wegen ihrer Beschwerden tatsächlich einen Arzt aufsuchen sollen oder ob sie die Behandlung lieber gleich selbst in die Hand nehmen. Dabei wird vergessen, dass eine Allergiebehandlung den Patienten nicht nur von seinen Allergiebeschwerden befreien soll: Ziel ist auch die Entwicklung eines Asthmas zu verhindern und zu erreichen, dass sich keine Allergien gegen weitere Allergene einstellen“, berichtet Dr. Kai Thomas von der Hautklinik.

Neben der Allergiebehandlung sollte daher immer eine sorgfältige allergologische Untersuchung erfolgen, raten die UKM-Mediziner. Hierbei wird auch festgestellt, ob eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) sinnvoll ist. Derzeit hat der Allergiker nur durch diese, meist als Spritzenbehandlung durchgeführten Therapie die Chance, dauerhaft von seinen Beschwerden befreit zu werden und wieder unempfindlich gegenüber den krankmachenden Allergenen zu werden. Der Erfolg einer spezifischen Immuntherapie ist am Besten, wenn die Erkrankung noch nicht zu lange besteht und eine Allergie nur gegen wenige Allergene besteht.

Brehler: „Allergiker sollten die Chance einer dauerhaften Heilung nicht durch Selbstbehandlung verpassen. Allergenlösungen, die für die spezifische Immuntherapie zur Verfügung stehen sind in den letzen Jahren stetig verbessert worden, die Behandlung ist für den Allergiker wirksamer und zugleich sicherer geworden.“

Im Zentrum für Dermatologie der Universitätsklinik Münster können derzeit Patienten, besonders auch Jugendliche von 12 bis 18 Jahren, mit Graspollenallergie (Heuschnupfen von Ende Mai bis Anfang August) im Rahmen einer klinischen Untersuchung mit einem Graspollenallergen behandelt werden. Neuartige Extrakte stehen auch zur Behandlung von Patienten mit Milbenallergie zur Verfügung. Untersuchung und Behandlung sind in diesem Rahmen für Patienten kostenfrei.

Interessierte Patienten erhalten weitere Informationen und können sich anmelden unter der Internetadresse: http://derma.klinikum.uni-muenster.de/studienanmeldung.html (Stichwort bei Hauterkrankung: Heuschnupfen/Rhinokonjunktivitis). Ein Rückruf erfolgt. Eine telefonische Auskunft ist unter 0251 / 83-52519 von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr zu erhalten.

Allergische Erkrankungen wie z.B. Asthma und Heuschnupfen haben in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen: Bei bis zu 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland wurde die ärztliche Diagnose Heuschnupfen („Allergische Rhinokonjunktivitis“) und bei bis zu fünf Prozent die Diagnose Asthma gestellt.

Media Contact

Stefan Dreising Universitätsklinikum Münster (UK

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