Forschungsoffensive gegen Produktpiraterie

Durch Plagiate entsteht der deutschen Wirtschaft jährlich ein geschätzter Schaden in Höhe von rund 5 Milliarden Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb zehn neue Forschungsprojekte gegen Produktpiraterie und -fälschung.

Ziel der Forschungsarbeiten ist die Entwicklung eines „eingebauten“ Kopierschutzes, der technische und organisatorische Maßnahmen vereint und die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen künftig nahezu unmöglich macht. Die Forschungsoffensive soll insbesondere produzierenden mittelständischen Unternehmen helfen, sich besser gegen Fälscher und Kopierer zu schützen. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Innovationen gegen Produktpiraterie“ und beträgt 15 Millionen Euro für drei Jahre.

„Produktpiraterie bedroht die Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandorts Deutschland in zunehmendem Maße“, kommentierte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im BMBF, diese Entwicklung. „Es ist dringend notwendig, dass wir unsere Produkte und Dienstleistungen nicht nur juristisch, sondern auch technologisch besser sichern.“ Die neuen Forschungsprojekte wurden am Dienstag in Berlin im Rahmen der BMBF- Konferenz „Innovationen gegen Produktpiraterie“ vorgestellt. Gemeinsam ist allen Projekten eine hohe Praxisorientierung durch enge Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Die Industriepartner beteiligen sich an den Forschungsprojekten ebenfalls mit Investitionen in Höhe von 15 Millionen Euro.

Ein besonders schwerwiegendes Problem ist die Fälschung von Medikamenten. Nachahmung von Arzneimitteln kann neben dem wirtschaftlichen Schaden für die Hersteller der Originalpräparate zu gravierenden medizinischen Sicherheitsrisiken für die Patienten führen. Unwirksame oder falsch dosierte Wirkstoffe können massive gesundheitliche Schäden bis hin zum Tod, etwa bei gefälschten Krebs- und Aidsmedikamenten, verursachen. Dies ist auch auf internationaler Ebene ein großes Problem: Mittlerweile sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beispielsweise rund die Hälfte der in manchen Teilen Afrikas angebotenen Arzneimittel Fälschungen. Im Rahmen des neuen Forschungsprojektes „EZPharm“ unterstützt das BMBF deshalb die Entwicklung einer durchgängig kontrollierten und geschützten Prozesskette für den Pharmabereich. Medikamente sollen künftig auf allen Stufen der pharmazeutischen Versorgungskette – vom Hersteller über Großhandel, Krankenhäuser, Apotheken und Ärzte bis zum Patienten – fälschungssicher transportiert und verteilt werden können.

Der Schutz vor Produktpiraterie gewinnt in nahezu allen Industriebereichen zunehmend an Bedeutung. Nach einer Umfrage des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) sind mittlerweile zwei Drittel der Unternehmen aus diesem Bereich Opfer von Plagiaten. Dies schwächt die innovative und exportorientierte Industrie und kostet Umfragen zufolge jährlich rund 70.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Thema der Konferenz in Berlin, die in Kooperation mit dem Bundesministerium der Justiz, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dem Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag durchgeführt wurde, war auch die Vorstellung der Innovationsplattform gegen Produktpiraterie „Contra-Imitatio“ (ConImit) und Diskussionen über den Umgang mit Know-How im internationalen Umfeld.

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Silvia von Einsiedel BMBF Newsletter

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