Augeninnendruck schonend senken: „Grünen Star“ minimal-invasiv operieren

Bei der Erkrankungen gehen – in der Regel durch einen zu hohen Augeninnendruck verursacht – die Nervenfasern des Sehnervs zugrunde. Eine schonende Möglichkeit, den Augeninnendruck langfristig zu senken, ist die minimal-invasive Operation mit dem sogenannten Trabektom.

Vorteile dieser Behandlungsmethode diskutieren Augenärzte anlässlich des 109. Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) auf einer Vorab-Pressekonferenz in Berlin. Diese findet am 20. September 2011 statt.

In Deutschland leiden etwa 800 000 Menschen an einem Glaukom. In den meisten Fällen gelingt es, mit Augentropfen den Druck im Augeninneren zu senken und so das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, wird das Auge operiert. Als Standardverfahren gilt dabei die sogenannte Trabekulektomie: Der Operateur schneidet die Bindehaut großflächig auf, um darunter einen künstlichen Abflussweg für das Kammerwasser zu schaffen. Denn staut sich dieses an, erhöht sich der Druck im Augeninneren.

„Die Operation ist sehr effektiv, aber mit gewissen Risiken verbunden. Zudem erfordert sie eine intensive Nachbehandlung.“ sagt Privatdozent Dr. med. Jens Jordan, Leiter des Schwerpunktes Glaukom an der Universitäts-Augenklinik Freiburg, im Vorfeld des DOG-Kongresses.

In vielen Fällen ist ein kleiner Eingriff mit dem Trabektom eine Alternative. Dieses neue Instrument ist kaum größer als ein Kugelschreiber. An seiner Spitze befinden sich ein winziges Elektromesser sowie ein Absaug- und ein Infusionskanal.

Mit dem Trabektom entfernen die Augenärzte durch einen nur 1,6 Millimeter breiten Schnitt in der Hornhaut das sogenannte „Trabekel-Maschenwerk“ im Auge. Denn häufig ist eine Verhärtung dieses Geflechts der Grund dafür, dass das Kammerwasser nicht ungehindert abfließt und der Augeninnendruck steigt. Der minimal-invasive Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur etwa zehn Minuten.

An der Universitäts-Augenklinik Freiburg, dem ersten Trabektomzentrum Europas, operieren die Augenärzte seit zwei Jahren mit dem neuen Instrument. Insgesamt haben sie mittlerweile etwa 300 Patienten behandelt, ohne dass ernste Komplikationen aufgetreten sind. „Je nach Art des Glaukoms können wir den Augeninnendruck auf diese Weise um bis zu 40 Prozent senken. Auch die Menge der drucksenkenden Augentropfen lässt sich deutlich reduzieren: Nach dem Eingriff benötigen die Patienten nur etwa halb so viele wie zuvor“, berichtet Jordan.

Welche Möglichkeiten diese und andere chirurgische Techniken beim Glaukom bieten, diskutieren Experten auf dem 109. DOG-Kongress in Berlin. Der Eingriff mit dem Trabektom ist zudem ein Thema auf der Vorab-Pressekonferenz zum Kongress. Diese findet am 20. September 2011 in Berlin statt.

Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6000 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, untersuchen und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg, ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

Terminhinweis:

Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 109. DOG-Kongresses
Termin: Dienstag, 20. September 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Konferenzraum 2, Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin
Kontakt für Journalisten:
Pressestelle 109. DOG-Kongress
Silke Stark
Postfach 30 11 20; 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Telefax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org

Media Contact

Silke Stark idw

Weitere Informationen:

http://www.dog-kongress.de

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