ARTISTE erlaubt in Zukunft noch präzisere Strahlenbehandlung von Tumoren

Ausgerüstet mit einer eigenen 3D-Bildgebung lassen sich viel präziser als bisher kleine Tumoren im Körperbereich behandeln, da ihr Sitz im Körper auch kurz vor oder sogar während der Bestrahlung noch einmal exakt bestimmt werden kann, ja sogar das Ausmaß der Bestrahlung während der Bestrahlungstage angepasst werden kann.

„Das bedeutet, dass während der laufenden Behandlung ein direkter Vergleich der aktuellen Patientenanatomie mit dem Planungs-Computertomographen möglich ist und wir daher kurzfristig bei Positions- oder Größenänderungen reagieren können“, berichtet Prof. Dr. Günther Gademann, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg. Das Verfahren nennt sich IGRT, Image Guided Radiotherapy (bildgeführte Strahlenbehandlung) und ATRT (Angepasste-Target-Strahlenbehandlung).

Der Linearbeschleuniger bietet die technischen Voraussetzungen, dass die Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) noch besser auf den Tumor unter Schonung des Normalgewebes konzentriert werden kann. Durch die Zielgenauigkeit des Bestrahlungsfeldes wird es möglich, Tumoren mit einer höheren Dosis zu behandeln und somit Heilungschancen zu verbessern. Auch Nebenwirkungen der Behandlung können reduziert werden, da das umliegende gesunde Gewebe optimal geschont wird.

Mit dem Bestrahlungsgerät ARTISTE sollen vorwiegend Tumoren des Körperstammes, wie HNO-Tumoren, Brustkrebs, Lungentumoren, Prostatatumoren und Unterleibstumoren der Frau behandelt werden. Bei solchen Tumoren werden die Möglichkeiten der Präsizionsbestrahlung, auch Ganzkörper-Stereotaxie genannt, in Zukunft stark ausgebaut. Das heißt, spezielle Tumoren werden, anders als bei der üblichen Behandlung, kleinvolumig mit hohen Dosen nur wenige Male bestrahlt.

Anfang September war das neue 4,5 Tonnen schwere Bestrahlungsgerät ARTISTE der Firma Siemens in der Uni-Klinik angeliefert worden. Bevor es nun in Betrieb genommen werden konnte, mussten in den vergangenen Wochen recht aufwändige technische und Umbauarbeiten realisiert werden.

Der Linearbeschleuniger mit einem umfangreichen Zubehör kostet insgesamt 2,8 Millionen Euro und wird aus Landesmitteln finanziert.

Die Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg ist die größte Einrichtung für Strahlentherapie im nördlichen Sachsen-Anhalt. Im Vorjahr wurden hier allein rund 1.300 Patienten betreut.

Die Einweihung und Demonstration des Linearbeschleunigers findet am Mittwoch, 26. November 2008, um 16.00 Uhr im Rahmen eine Symposiums „Technische Innovationen in der Strahlentherapie“ für Ärzte, Medizinphysiker und -techniker, Assistenz- und Pflegeberufe in der Universitätsklinik für Strahlentherapie (Haus 23) auf dem Gelände des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44, statt.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. Günther Gademann,
Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg
Tel. 0391/ 6715791

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Kornelia Suske idw

Weitere Informationen:

http://www.med.uni-magdeburg.de/

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