Schutzmasken aus dem 3D-Drucker

Schutzmaske aus dem 3D-Drucker Bildnachweis: AM Filament GmbH/ Lars Meyer

In den Duisburger Laboren und Werkstätten der Fertigungstechnik ist es ruhig geworden – und doch passiert dort Ungewöhnliches. Alles wird vorbereitet, um so genannte Faceshields zu produzieren.

Aus den industriellen 3D-Drucker des Lehrstuhls von Prof. Gerd Witt kommen passgenau hergestellte Bauteile aus Kunststoff, die mit einem Gummiband am Kopf befestigt werden. „Sie passen sich flexibel jeder Kopfform an, da verrutscht nichts“, erklärt Dr. Stefan Kleszczynski.

„Das Schild für die Maske schneiden wir aus Folien von Overhead-Projektoren zu. Diese sammeln wir gerade überall an der Uni ein.“ Neben den 3D-Druck-Kapazitäten, die der Lehrstuhl zur Verfügung stellt, helfen auch die zentralen wissenschaftlichen Werkstätten und zwei Ausgründungen dabei, die dringend benötigten Komponenten herzustellen.

Der Ingenieur und seine Kollegen wechseln aufgrund der Corona-Maßnahmen zwischen Labor, Werkstätten und Homeoffice hin und her, trotzdem gelingt es ihnen, das Projekt in enger Abstimmung mit dem UK Essen schnell voranzutreiben. Auf die Idee kamen sie spontan nach einem Aufruf der Europäischen Kommission.

Die suchte Unternehmen, die bei der Fertigung von Komponenten für Atemschutzmasken und medizinischer Geräte helfen. „Nach einer kurzen Abstimmung war klar, wie wir Masken in großer Stückzahl herstellen können, die die Mediziner und das Pflegepersonal schützen“, freut sich Kleszczynski.

Eine Firma aus Tschechien stellte auf ihrer Webseite das Datenmodell kostenlos zur Verfügung, an der UDE begann der 3D-Druck und die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten, bei der auch die Studierenden mit außergewöhnlichem Engagement helfen.

Je nach 3D Druck Verfahren und verwendetem Werkstoff kostet der Gesichtsschutz zwischen 2 Euro und 9 Euro pro Stück. Die ersten Prototypen wurden bereits am UK Essen getestet und für gut befunden.

„Aktuell testen wir die Desinfizierbarkeit, denn die Oberfläche der Bauteile ist eher rau. Natürlich müssen wir sichergehen, dass die Masken den Ansprüchen des harten Klinikalltags auch standhalten.“ Bisher laufe alles sehr vielversprechend.

Das nächste Projekt steht auch schon in den Startlöchern. Gemeinsam mit den Mikrobiologen wollen Prof. Witt und sein Team Möglichkeiten suchen, Komponenten für die Labor-Analytik durch 3D-Druck-Verfahren herzustellen.

Hinweis für die Redaktion:
Ein Foto der Schutzmaske aus dem 3D-Drucker (Bildnachweis: AM Filament GmbH/ Lars Meyer) können Sie herunterladen unter: https://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php

Redaktion: Cathrin Becker, Tel. 0203/37 9-1488, [email protected]

Dr. Stefan Kleszczynski, Lehrstuhl Fertigungstechnik, Tel. 0203/37 9 1268, [email protected]

Ansprechpartner für Medien

Cathrin Becker idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

http://www.uni-duisburg-essen.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Blackbox-Verfahren für superschnelle Ergebnisse

Die elektronische Struktur von komplexen Molekülen und ihre chemische Reaktivität können mit Hilfe der Methode der resonanten inelastischen Röntgenstreuung (RIXS) an BESSY II untersucht werden. Allerdings erfordert die Auswertung von…

Die Geburtsstätten von Planeten der kleinsten Sterne

Seit kurzem finden Wissenschaftler in den Scheiben um junge Sterne ringförmige Strukturen, die auf Planetenbildung hindeuten. Astronomen unter der Leitung von Nicolas Kurtovic vom Max-Planck-Institut für Astronomie haben jetzt ähnliche…

TU Graz liefert Know-how für effizientes Flugtriebwerk von General Electrics

Im EU-Projekt TURANDOT untersuchten Forschende der TU Graz eine haifischhautähnliche Beschichtung für Triebwerksschaufeln und verfolgten den Verlauf der Kühlluft im Triebwerk. So machen sie Flugzeuge sparsamer, kostengünstiger und leiser. Ein…

Partner & Förderer