perfluorence GmbH bringt Innovationen bei Kunst- und Schmierstoffen auf den Markt

Aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) wurde zur Vermarktung von Forschungsergebnissen erneut eine Firma ausgegründet. Drei junge Mitarbeiter – Thomas Engelhardt, Hagen Marks und Frederico Rosenbaum – bieten mit ihrer Firma perfluorence GmbH Hochleistungskunststoffe und Additive für Schmierstoffe an.

Hergestellt werden spezielle PTFE-Feinpulver, die in Hochleistungskunststoffen und Schmierstoffen oder auch Druckfarben zur Verminderung der Reibung eingearbeitet werden. Weiterverarbeitet zu neuartigen Öl-Konzentraten kommen die PTFE-Produkte als Zusatzstoffe in Schmierstoffen zur Reibungsminimierung und als Verschleißschutz (auch bekannt als extreme-pressure/anti-wear-Additive, kurz EP/AW) zum Einsatz. In selbstschmierenden Bauteilen erlauben ausgewählte Hochleistungskunststoffe Anwendungen bei starken mechanischen Belastungen und hohen Temperaturbeanspruchungen.

Reibungs- und Verschleißminimierung sind in vielen industriellen Anwendungen von hohem Interesse, helfen sie doch Kosten sparen. Lebensdauer und Betriebssicherheit von Bauteilen werden erhöht, wodurch sich Material- und Betriebskosten verringern und der Energieverbrauch gesenkt wird. Zudem eröffnen einige der Produkte der perfluorence GmbH neue, wirtschaftlich attraktive Chancen in der Wiederverwertung von Kunststoffen.

Die Innovationen beruhen auf langjährigen Forschungsarbeiten und daraus entstandenen Patenten des IPF zu Fluorpolymeren. Diese maßgeblich von Herrn Dr. Dieter Lehmann inspirierten und geleiteten Arbeiten beschäftigten sich insbesondere mit Modifizierung und Verarbeitung von Polytetrafluorethylen (PTFE, besser bekannt u.a. unter dem DuPont-Markennamen Teflon®) und PTFE-Abfällen sowie der chemischen Kopplung mit Schmier- und Hochleistungskunststoffen.

Mit eingeworbenen Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) wurden die Ergebnisse der Grundlagenforschung in Richtung anwendungsbereiter Produkte vorangetrieben.

Hervorzuheben sind hier die Forschungsprojekte ForMaT (Forschung für den Markt) und EXIST-Forschungstransfer (Existenzgründung aus der Wissenschaft). In beiden Projekten wurden die Praxis- und Markttauglichkeit verschiedener Polymerwerkstoffe überprüft und Kontakte zu Industriepartnern hergestellt und vertieft.

Anerkennung für ihre innovative und marktgetriebene Forschung erhielt das perfluorence-Gründerteam, gemeinsam mit Dr. Lehmann, bereits 2010 durch die Auszeichnung mit dem Mitteldeutschen Innovationspreis sowie 2011 durch die Verleihung des Titels „Ausgewählter Ort 2011“ im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“.

Die neu gegründete perfluorence GmbH hat zur Zeit Ihren Sitz noch am IPF. Ein enger Kontakt zum Institut bleibt im Rahmen von Verträgen und Projekten erhalten.

Media Contact

Kerstin Wustrack idw

Weitere Informationen:

http://www.perfluorence.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Verstärktes Signal und extrem empfindlich: Leichten Dunkle Materieteilchen auf der Spur

Neue Technik der Kernmagnetischen Resonanz um fünf Größenordnungen empfindlicher. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Exzellenzclusters PRISMA+ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Helmholtz-Instituts Mainz (HIM) hat eine Labor-Methode…

Osteoporose frühzeitig mit Ultraschall erkennen

Kieler Forschungsteam erhält Bundesförderung zur Entwicklung eines neuartigen Ultraschallgeräts. Osteoporose, auch als „Knochenschwund“ bezeichnet, zählt zu den häufigsten und teuersten Volkskrankheiten weltweit und erhöht das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden….

Jungkorallen geben Einblick in die Erholung nach Korallenbleiche

Wie sich Riffe von Korallenbleichen erholen, kann die Anzahl an Jungkorallen verraten. Das zeigt eine neue Studie der Universität Bremen, die kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht wurde. Die…

Partner & Förderer