Neue Möglichkeiten in der druckunterstützten Wärmebehandlung

New facility at Fraunhofer IFAM Dresden: Quintus Hot Isostatic Press QIH 15L
Image: Quintus Technologies AB

Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden verstärkt seine technologische Kompetenz im Bereich der druckunterstützten Wärmebehandlung mit der Neuanschaffung einer Quintus Hot Isostatic Press QIH 15L. Damit werden die Möglichkeiten, die sich bisher auf die Technologie des Spark-Plasma-Sinters konzentrierten, deutlich erweitert.

Als Haupteinsatzgebiete der neuen Anlage sehen die Forschenden zum einen die Entwicklung von kombinierten Prozessen, d.h. von Wärmebehandlung und heiß isostatischem Pressen (HIP) für Werkstoffe mit komplexer Wärmebehandlung. Beispiele hierfür sind Nickel-Basis-Superlegierungen sowie intermetallische Werkstoffe wie z. B. Titanaluminide.

Auch für die Additive Fertigung ist die neue Anlage von enormer Bedeutung. So sollen bestehende HIP-Behandlungen optimiert und auf die additiven Fertigungsverfahren angepasst werden, in denen es um andere Mikrostrukturen als in konventionellen Fertigungsverfahren geht. Auch soll das HIP-Verfahren mit dem additiven Fertigungsprozess kombiniert werden, um hier z. B. signifikant Prozesszeit einzusparen.

Kurze Wege sind ein großes Plus für die Entwicklungen, deshalb wird die neue Anlage im Innovation Center Additive Manufacturing ICAM® des Fraunhofer IFAM Dresden installiert. Hier bündelt das Institut seine umfangreichen Technologien für Additive Fertigung. Von Selektivem Elektronenstrahlschmelzen und 3D-Siebdruck über Fused Filament Fabrication bis hin zu Gelcasting sowie MoldJet – das Institut bietet seinen Kunden ein umfangreiches Portfolio für passgenaue Lösungen aus einer Hand.

Die neue Anlage wird natürlich nicht nur für F&E-Projekteeingesetzt, sondern ist auch für die Durchführung vordefinierter HIP-Zyklen als Dienstleistung nutzbar.
Dabei steht den Kunden ein Ofenraum mit einem Durchmesser von 170 mm und einer Höhe von 290 mm bei einem Maximaldruck von 200 MPa und einer Maximaltemperatur von 1400 °C zur Verfügung. Die Anlage verfügt über die sog. URQ®-Technologie, unter deren Nutzung höchste Abkühlraten bis zu 10³K/min realisiert werden können. Damit wird die Durchführung von mehrstufigen Wärmebehandlungen im eigentlichen HIP-Prozess möglich.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Uwe Gaitzsch

Weitere Informationen:

https://www.ifam.fraunhofer.de/en/Press_Releases/New_possibilities_in_pressure-s…

Media Contact

Fraunhofer IFAM Dresden Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Optisch aktive Defekte verbessern Kohlenstoffnanoröhrchen

Heidelberger Wissenschaftlern gelingt Defekt-Kontrolle durch neuen Reaktionsweg. Mit bewusst erzeugten strukturellen „Fehlstellen“ oder Defekten lassen sich die Eigenschaften von kohlenstoffbasierten Nanomaterialien verändern und verbessern. Dabei stellt es jedoch eine besondere…

Spritzguss von Glas

Freiburger Forschenden gelingt schnelle, kostengünstige und umweltfreundliche Materialfertigung. Von Hightech-Produkten im Bereich Optik, Telekommunikation, Chemie und Medizin bis hin zu alltäglichen Gegenständen wie Flaschen und Fenstern – Glas ist allgegenwärtig….

Radikalischer Angriff auf lebende Zellen

Durch Mikrofluidik gezielt die Oberfläche von Zellen mit freien Radikalen stimulieren. Lassen sich kleine, abgegrenzte Bereiche auf der Zellmembran chemisch manipulieren? Mit einer raffinierten mikrofluidischen Sonde haben Wissenschaftler:innen Zellen gezielt…

Partner & Förderer