Intelligente Kunststoffe bauen sich selbst ab

Carl-Zeiss-Stiftung fördert Forschung an der Universität Konstanz zu Werkstoffen, die ihren Abbau in der Umwelt selbst anregen

Kunststoffe erfüllen in praktisch jeder modernen Technologie unersetzliche Funktionen. Damit stellt sich die Frage, wie bei einer Freisetzung in die Umwelt verhindert werden kann, dass sie über Jahrzehnte bestehen bleiben und beispielsweise in Form von Mikroplastik bis in Organismen gelangen.

Im Forschungsprojekt „Intelligente nicht-persistente Polyethylen-artige Werkstoffe (INPEW)“ untersuchen Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Chemie und Biologie der Universität Konstanz unter Federführung des Chemikers Prof. Dr. Stefan Mecking, ob und wie abbaubare Werkstoffe möglich sind. Dafür werden sie ab Januar 2021 über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren von der Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen des Programms „Perspektiven“ mit rund zwei Millionen Euro gefördert.

Ziel des Programms „Perspektiven 2019“ ist, die Erforschung, Weiterentwicklung und Nutzung intelligenter Materialien zu stärken. Gefördert wird an der Universität Konstanz eine Kooperation der Arbeitsgruppen für Chemische Materialwissenschaft von Prof. Dr. Stefan Mecking, für Physikalische Chemie von Prof. Dr. Helmut Cölfen sowie für Limnische Mikrobiologie von Prof. Dr. David Schleheck.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgen das Konzept von intelligenten Werkstoffen mit eingelagerten Mikrophasen, die in Süßgewässern oder im Meer eine Besiedelung durch natürliche Mikroorganismen fördern und dadurch schlussendlich ihren vollständigen Abbau auslösen. Dieses untersuchen sie anhand von Polyethylen, dem weltweit meistgenutzten Kunststoff. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptes für intelligente Werkstoffe, die kristallin und mechanisch widerstandsfähig sind, sich aber in der Umwelt, speziell im Meer und in Süßgewässern, abbauen.

Über die Carl-Zeiss-Stiftung

Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Sie unterstützt sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein Foto kann im Folgenden heruntergeladen werden:
https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2020/Bilder/Intelligente_Kun…
Bildunterschrift: Prof. Dr. Stefan Mecking
Bild: Universität Konstanz

Faktenübersicht:
• Förderung der Universität Konstanz durch die Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen des Programms „Perspektiven 2019“ mit dem Schwerpunktthema „Intelligente Werkstoffe“
• Kooperation der Arbeitsgruppen für Chemische Materialwissenschaft von Prof. Dr. Stefan Mecking, für Physikalische Chemie von Prof. Dr. Helmut Cölfen sowie für Limnische Mikrobiologie von Prof. Dr. David Schleheck aus den Fachbereichen Chemie und Biologie der Universität Konstanz.
• Förderung für ein Konzept von intelligenten Werkstoffen mit eingelagerten Mikrophasen, die ihren Abbau in der Umwelt selbst anregen
• Fördersumme von rund zwei Millionen Euro, Förderzeitraum ab Januar 2021 maximal fünf Jahre.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: +49 7531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

http://www.uni-konstanz.de

Media Contact

Julia Wandt Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Ein Drehkreuz für Photonen

Physikern aus Deutschland, Dänemark und Österreich ist es gelungen, für Licht in Glasfasern eine Art Drehkreuz zu realisieren, das die Lichtteilchen nur einzeln passieren lässt. Glasfasern, durch die Laserlicht geleitet…

Bessere Katalysatoren für eine nachhaltige Bioökonomie

Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI und von der ETH Zürich wollen sogenannte Zeolithe leistungsfähiger machen. Die Verbindungen sind bereits heute unerlässliche Hilfsmittel in der chemischen Industrie und werden seit…

Die ultraviolette Aurora des Kometen Chury

Auf der Erde bringen sogenannte Aurora als Polarlichter die Menschen zum Staunen. Ein internationales Konsortium mit Beteiligung der Universität Bern hat nun beim Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, kurz Chury, solche Aurora im…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close