Ideen aus Bremen für den Markt: Neue Produkte aus Faserverbundwerkstoffen auch dank Kooperationen

Viele gute Ideen für neue Produkte schlummern in den Forschungslaboren, und noch immer zu wenige davon finden den Weg auf den Markt. Nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben innovative Gedanken, sondern auch Studierende.

Die Universität Bremen und die InnoWi GmbH, die Dienstleistungsagentur für Entwickler und Designer wissenschaftlicher Einrichtungen des nordwestdeutschen Raumes, kümmern sich intensiv darum, die guten Ideen voran zu bringen. Mit einer besseren Zusammenarbeit zwischen Forschung, Lehre, Entwicklung und Innovationsmanagern lässt sich da viel bewegen.

Das haben das Faserinstitut Bremen e. V. (FIBRE) am Uni-Fachbereich Produktionstechnik, die Hochschule für Künste Bremen (HfK) und die InnoWi in einem gemeinsamen Projekt bewiesen. Die Mittel dafür kamen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Patente, Erfindungsmeldungen, Gebrauchsmuster- und Designschutz – unter anderem damit lassen sich die Ideen kreativer Menschen rechtlich absichern und am Ende mithilfe von Fachleuten auch erfolgreich auf dem Markt platzieren. Nur: Der Weg dorthin ist lang und beschwerlich, und daher landen auch viele hoffnungsvolle Ideen in den Schubladen. Mit seinem Programm „Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung“ (SIGNO) will das BMWi dem ein Ende bereiten. Die Transferstelle der Universität Bremen und die InnoWi sahen hier eine Chance, das Kreativpotenzial in der Region besser zu nutzen, bewarben sich 2008 beim BMWi erfolgreich mit dem Projekt „Kompetenzen nutzen, Verwertung steigern“ und fanden schnell Kooperationspartner. Unter anderem die HfK. Inzwischen können sie mit ersten Ergebnissen aufwarten.

Professor Andreas Kramer, Leiter des Lehrgebietes „Computerunterstütztes Entwerfen“ im Studiengang „Integriertes Design“ der HfK, und Diplomingenieur Holger Purol, Leiter Faserverbund am FIBRE, waren höchst angetan von der Idee, gemeinsam mit der InnoWi ein Lehrprojekt zu begleiten. Es ging um Produkte aus Faserverbundwerkstoffen. Elf HfK-Studierende haben sich also im vergangenen halben Jahr während der Lehrveranstaltung „Ultra Light – Super Strong“ mächtig ins Zeug gelegt, sich unter anderem mit der Unterstützung durch das FIBRE mit Werkstoffen und Verfahrenstechniken beschäftigt, und nun haben die angehenden Diplom-Designer ihre Ergebnisse präsentiert. Aus Faserverbundwerkstoffen haben sie Beeindruckendes geschaffen: vom Damenschuh bis zum Fahrrad oder zur Bierzeltgarnitur, von Reisekoffer und Haltestelle bis hin zum Rollstuhl. Einige ihrer Ideen haben jetzt reelle Chancen, mit Hilfe der InnoWi GmbH ihren Weg auf den Markt zu finden.

„Die Ideen der Design-Studierenden haben uns überrascht“, sagt Purol, „dabei setzen wir uns permanent diesem Werkstoff und möglichen, neuen Anwendungen auseinander.“ Die Erfahrung aus der Kooperation veranlasst das FIBRE jetzt, über eine weitere Zusammenarbeit mit der HfK nachzudenken. Erste Gespräche dazu gab es sofort nach der Präsentation. Die Erkenntnisse aus diesen Erfahrungen würden sicher künftig auch in die Ingenieurausbildung am Uni-Fachbereich Produktionstechnik einfließen, meint er. Auch mit der HfK, mit der das FIBRE zuvor noch nie enger zusammengearbeitet habe, würde man nun gerne weiter kooperieren. „Das ist ganz in unserem Sinne“, betätigt Kramer, der auf eine ganzheitliche Ausbildung der Produktdesigner setzt. „Auch wir hatten in dem Projekt so einige Aha-Erlebnisse und würden das Begonnene gerne fortsetzen.“ Er sieht die Initiative von Uni und InnoWi als Initialzündung.

Dr. Lieselotte Riegger, Projektleiterin an der Uni, ist mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“. „Ziel voll erreicht!“, heißt es auch bei der InnoWi. „Wir wollen das kreative Potenzial nutzen, Erfindungen entdecken, gute Ideen für neue Produkte fördern und ihnen zum Weg auf den Markt verhelfen“, erklärt InnoWi-Geschäftsführer Dr. Jens Hoheisel. Um mindestens drei der zehn vorgestellten Objekte werde sich die InnoWi nun sicher intensiver kümmern und strebt den Schutz von Design- und Gebrauchsmustern an. Um die Weiterentwicklung der Ideen zu ermöglichen, wurden aus dem SIGNO-Topf weitere Gelder zur Verfügung gestellt. Damit sollen die Studierenden auch über die Lehrveranstaltung hinaus an ihren Objekten arbeiten können. „Wir wollen die Kreativität weiter fördern und zur Umsetzung auch anderer Ideen anregen“, sagt Riegger. Es gebe ein so großes Potenzial, aber das müsse auch entdeckt und vor allem unterstützt werden. Angesichts der vielen guten Ergebnisse wurden die Gelder daher nun auch an vier statt an drei ursprünglich vorgesehene Projekte verteilt: Auf dem ersten Platz landete der Rollstuhl von Simon Michel, die beiden zweiten Plätzen gingen an die Outdoor-Möbel von Andrea Dizler und das Tragesystem von Marta Szczelkun und David Grünwald, und Rang drei belegte der Damenschuh von Nadine Mühlbach.

Weitere Informationen und Ansprechpartner:
Universität Bremen
UniTransfer / InnoWi
Dr. Lieselotte Riegger
Tel.0421 96 00-711
E-Mail: lieselotte.riegger@innowi.de
http://www.unitransfer.uni-bremen
http://www.faserinstitut.de
http://www.hfk-bremen.de

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Eberhard Scholz idw

Weitere Informationen:

http://www.innowi.de

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