DFG fördert Forschungskooperation an der Martin-Luther-Universität

Transferinitiative zur verbesserten Nutzung von
Grundlagenkenntnissen für Innovationen in der Wirtschaft

Das neue Programm „Transferinitiative“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) startet als Pilotprojekt deutschlandweit erstmals an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Hauptausschuss der DFG stimmte im März 2002 der Transferinitiative zum Thema „Optimierung von Steifigkeit, Festigkeit, Zähigkeit von Polymerwerkstoffen“ zu.
Grundidee ist sowohl eine verbesserte interdisziplinäre Forschung zwischen Arbeitsgruppen der Universität und der Industrie als auch die gemeinsame Suche danach, wie Kenntnisse der Grundlagenforschung für eine Umsetzung in der Industrie genutzt werden können.
Das Vorhaben wird für drei Jahre mit 1,8 Mio. Euro gefördert: Die DFG und die Industrie steuern jeweils die Hälfte bei.

Ziel der Transferinitiative „Optimierung von Steifigkeit, Festigkeit, Zähigkeit von Polymerwerkstoffen“ ist die Herstellung von Polymerwerkstoffen (Kunststoffen) mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, die sich herkömmlicherweise nicht gleichzeitig verbessern lassen. Zu diesem Zweck werden neue Linien der Polymersynthese genauso genutzt wie neuartige mikromechanische Effekte. So kann z. B. statt des bekannten Massenplastes Polystyrol, dessen Einsatzgebiete durch seine große Sprödigkeit und Bruchdehnung von nur einigen Prozent begrenzt sind, durch spezielle mikromechanische Fließmechanismen ein steifer, hochzäher Werkstoff mit Bruchdehnungen von einigen 100 Prozent erzielt werden. Oder es sollen – bei gleichbleibendem mechanischem Eigenschaftsniveau – die Gebrauchstemperaturen durch eine modifizierte Synthese auf deutlich über 100° C erhöht werden.
In Projekten von Chemikern, Ingenieuren und Werkstoffwissenschaftlern aus den Fachbereichen Chemie und Ingenieurwissenschaften der Universität werden anwendungsrelevante Themen mit den Industriepartnern BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Röhm GmbH Darmstadt und Borealis Linz bearbeitet. In einer zweiten Projektetappe nach 2004 sollen verstärkt auch Industriepartner aus der Region einbezogen werden.
Voraussetzungen für die Vergabe dieses Pilotprojektes an eine Forschungsgruppe der Universität Halle-Wittenberg unter der Leitung von Prof. Dr. Goerg H. Michler (Institut für Werkstoffwissenschaften und Institut für Polymerwerkstoffe) liegen einerseits in dem hervorragendem gerätetechnischem Potenzial und in der zielgerichteten Nutzung dieses Potenzials für innovative Forschungsschwerpunkte. Außerdem konnte die Forschergruppe durch Mitarbeit in einem vorangegangenem Innovationskolleg, das die DFG über 5 Jahre an der halleschen Universität förderte, Erfahrungen mit anwendungsrelevanten Forschungen sammeln. Besonders innovative Grundlagenprojekte werden jetzt in der Transferinitiative in direkter Kooperation mit Industriepartnern weitergeführt. Schließlich trug auch die konstruktive Unterstützung durch das Rektorat und das Kultusministerium zur Bewilligung dieser Transferinitiative bei.

Nähere Informationen:
Telefon: 03461 462745/463745
E-Mail: michler@iw.uni-halle.de

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Ingrid Godenrath idw

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Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

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