Das Äußere ist entscheidend

Professur Schweißtechnik initiiert Forschergruppe für Oberflächen- und Beschichtungstechnologien, die vom Bund mit zwei Millionen Euro gefördert wird

Eine Gruppe junger Wissenschaftler wird ab September 2006 an den Professuren Schweißtechnik, Fertigungslehre und Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz gemeinsam mit regionalen Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus neuartige Schichtsysteme und geeignete Herstellungstechnologien entwickeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Forschungsprojekt als eine der besten Initiativen aus über 100 Bewerbungen ausgewählt. Über fünf Jahre und mit einem Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro wird es im Rahmen von „InnoProfile“ gefördert.

Das Forschungsprojekt mit dem Kurznamen „Auftragschichten“ wurde maßgeblich von Dr. Frank Riedel von der Professur Schweißtechnik initiiert. Unter der Leitung von Stefan Thurner von der gleichen Professur werden künftig sechs Wissenschaftler funktionsoptimierte Schichtsysteme entwickeln und dafür geeignete Beschichtungstechnologien erarbeiten und optimieren. „Damit widmet sich das Projekt einem höchst aktuellen Forschungsgebiet, die Nachfrage nach entsprechenden Systemen seitens der Industrie ist gewaltig“, schätzt Dr. Riedel ein. Unter anderem betreffe dies die Herstellung von hoch beanspruchten Anlagenbauteilen (z.B. Ventile von Verbrennungsmotoren) sowie von säure- und temperaturbeständigen Bauteilen für den Chemieanlagenbau und die Lebensmittelindustrie.

Die Entwicklungsarbeit der Forschergruppe soll maßgeblich zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus beitragen. „Geplant ist, den Wirtschaftsraum Chemnitz basierend auf langfristigen Kooperationen zwischen der TU Chemnitz und Unternehmen zu einem überregionalen Zentrum für Beschichtungstechnologien auszubauen“, berichtet Thurner. Gleichzeitig werde hoch qualifizierter Nachwuchs an Ingenieuren für Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus ausgebildet. Mit den Projektergebnissen sollen u. a. Anreize geschaffen werden, innovative Produkte und neue Lösungen in erfolgreiche Unternehmensneugründungen umzusetzen.

Am Projekt beteiligen sich schon 15 Unternehmen und sind fester Bestandteil der geplanten Forschungsarbeiten. Auch für Firmen, die bis jetzt noch nicht beteiligt sind, bietet das Verbundprojekt „Auftragschichten“ noch Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung baute im Juni 2005 seine Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ mit „InnoProfile“ weiter aus. Dieses Förderungsprogramm stellt bis zum Jahr 2012 rund 150 Millionen Euro für technologie- und branchenspezifische Zusammenarbeit zwischen Nachwuchsforschungsgruppen und Unternehmen vor Ort in Ostdeutschland bereit. In vier aufeinander folgenden Jahren sollen pro Jahr mindestens zehn neue Projekte gefördert werden, welche die Innovationsfähigkeit der ostdeutschen Regionen durch die Kooperation von regionaler Nachwuchsförderung und regionalen wirtschaftlichen Kompetenzträgern stärkt. Da die wirtschaftliche Entwicklung einer Region sehr stark von der Innovationsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen abhängt, diesen aber häufig passendes regionales Wissenschaftsumfeld fehlt, will „InnoProfile“ die Nachwuchsforscher und wirtschaftliche Träger in der Region zusammenbringen. Aus insgesamt 109 Bewerbungen wurden 18 für die erste von vier Förderungsrunden ausgewählt. Die TU Chemnitz erhielt dabei für vier eingereichte Projekte eine Förderungszusage und führt damit die Tabelle an. Rund 8,5 Millionen Euro können die an den vier Projekten beteiligten Chemnitzer Wissenschaftler in den nächsten Jahren zur Forschung nutzen.

„InnoProfile“ im Internet: http://www.unternehmen-region.de

Weitere Informationen zum Projekt „Auftragschichten“ erteilen Dr. Frank Riedel, Telefon (03 71) 5 31 – 24 72, E-Mail frank.riedel@mb.tu-chemnitz.de, sowie Stefan Thurner, Telefon (03 71) 5 31 – 24 03, E-Mail stefan.thurner@mb.tu-chemnitz.de

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Mario Steinebach Technische Universität Chemnitz

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