Dünnschicht-Module gegen Siliziummangel

ErSol verringert Silizium-Abhängigkeit

80 Mio. Euro fließen in Aufbau der Fertigungsanlagen

Mit dem Einstieg in die Dünnschicht-Technologie will der Thüringer Solarspezialist ErSol dem chronischen Siliziummangel auf dem Markt begegnen. Die Erfurter haben dazu einen Vorvertrag mit der Schweizer Unaxis über Fertigungsanlagen für Silizium-Dünnschicht-Module unterzeichnet, heißt es in einer Aussendung heute, Donnerstag. Bis 2008 plant ErSol den Aufbau einer Fertigungskapazität von 40 MWp pro Jahr. Insgesamt sollen mehr als 80 Mio. Euro in die Produktion gesteckt werden und 100 Arbeitsplätze entstehen. Mittelfristiges Kapazitätsziel bei den Dünnschicht-Modulen sind 100 MWp.

„Die Erweiterung der technologischen Kernkompetenz um diese Silizium sparende Dünnschicht-Technologie ist Bestandteil der forcierten Wachstumsstrategie der ErSol-Gruppe“, erklärt Vorstandsvorsitzender Claus Beneking. Zwar sind die Dünnschicht-Module wesentlich uneffektiver als die herkömmlichen kristallinen Widerparts, lassen sich aber erheblich günstiger herstellen. „Wir rechnen deshalb damit, dass die Marge nicht sinkt“, sagt IR-Sprecherin Sonja Teurezbacher im Gespräch mit pressetext.

ErSol setzt bei der Herstellung seiner Dünnschicht-Solarmodule auf einen Vakuumprozess, das so genannte PECVD-Verfahren (Plasma Enhanced Chemical Vapour Deposition) auf der Basis von amorphem Silizium. Im Gegensatz zu Dünnschicht-Technologien, bei denen ganz auf den Rohstoff Silizium verzichtet werden kann, zeichnet sich die amorphe Silizium-Technologie laut ErSol durch eine besondere Umweltfreundlichkeit aus.

Ganz unabhängig von der Hinwendung zur Dünnschicht-Technologie baut ErSol derzeit seine Fertigungskapazitäten aus. „Bis Mitte 2007 soll die Produktionskapazität von aktuell 60 auf 110 MWp gesteigert werden“, erklärt Teurezbacher. Auch für das laufende Jahr hat sich ErSol ehrgeizige Ziele gesteckt und peilt einen Umsatz von 100 Mio. Euro an. Außerdem soll das Ergebnis vor Steuern mehr als verdoppelt werden. Die aktuelle Entwicklung bei ErSol freut freilich die Anleger. Am Donnerstagvormittag kletterte die Aktie um gut sechs Prozent auf über 55 Euro.

Der anhaltende Siliziummangel wirft derzeit seine Schatten über den Solarboom. Erfolg haben in den kommenden Jahren nach Ansicht von Experten nur die Unternehmen, die bei der Rohstoffbeschaffung ihre Hausaufgaben gemacht haben. Wie ErSol setzen auch die Konkurrenten Solon und aleo solar auf die Dünnschicht-Technologie. ErSol hat darüber hinaus bereits Ende Februar mit der Übernahme des kalifornischen Silizium-Recyclers SRS aufhorchen lassen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060224020 ).

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