Kunststoff Ultramid hält heißes Getriebeöl aus

Warum eigentlich nicht direkt im Getriebe schalten ? Genau dort – direkt im Getriebe -sitzt beim neuen 7er BMW und beim Jaguar S-Type die elektronische Steuerung der Sechsgang-Automatik 6HP26 von ZF.

Die elektronische Getriebesteuerung hierfür liefert Bosch – das Gehäuse ist aus Ultramid® der BASF. In der neuentwickelten Mikrohybrid-Schaltung fasst Bosch mehrere Komponenten der Getriebesteuerung in einem Bauteil zusammen. Das Zauberwort ist auch hier Funktionsintegration. Die neue Art der Steuerung bietet Vorteile, weil sie kleiner und leichter ist und weniger Schnittstellen erfordert. Sie ermöglicht auch höheren Schaltkomfort und hilft weiter Kraftstoff zu sparen.

Während die klassische Leiterplattensteuerung im Fahrzeuginnern eingebaut ist, sitzt die elektronische Mikrohybridschaltung direkt im Getriebeöl und muss die dort auftretenden Temperaturspitzen von bis zu 140 °Celsius überstehen. Das Kunststoffgehäuse muss dieselben hohen Anforderungen erfüllen. Es dient gleichzeitig als Träger für die sogenannten Stanzgitter – sie stellen die elektrische Verbindung zwischen den einzelnen Getriebesteuerungs-Komponenten her und gewährleisten so die gesamte elektronische Anbindung.

Um den Dauergebrauch unter diesen scharfen Bedingungen zu ermöglichen, entschieden sich die Entwickler des bei Oechsler in Ansbach/Weißenburg gefertigten Kunststoff-Bauteils für das Ultramid A3HG7 der BASF. Das Polyamid 6.6 ist mit 35 Prozent Glasfasern verstärkt, hält die geforderten Temperaturen auch im heißen Öl aus und schützt die stromführenden Teile. Ultramid A3HG7 ist nicht nur sehr dimensionsstabil, sondern auch vibrationsbeständig: zwei mechanische Eigenschaften, die das Material bei Bosch bereits in Schaltventilen und andern Bauteilen seit vielen Jahren unter Beweis stellen konnte.

Media Contact

BASF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mit Mechanochemie zu mehr Nachhaltigkeit

Mehl, Kaffee oder Gewürze: Das Prinzip einer Mühle kennen viele aus der Küche. Doch auch in den Laboren des MPI für Kohlenforschung werden besondere Mühlen zu Forschungszwecken benutzt. Denn die…

Individualisierte Medikamente mittels 3D-Druck

Forschungskonsortium entwickelt neues Verfahren. 3D-gedruckte Medikamente können sehr genau auf das jeweilige Krankheitsbild zugeschnitten werden, was die Wirkung verbessert und Nebenwirkungen verringert. Um die Technologie praxistauglicher zu machen, haben die…

Schienen-«Polster» gegen Bahnlärm und Vibrationen

Um Bahnlärm für Anwohner zu reduzieren, sind nicht nur Lärmschutzwände oder leisere Radsysteme und Bremsen geeignet. Ein unscheinbares Bauteil unter den Gleisen ist für ein Forscherteam mit Beteiligung der Empa…

Partner & Förderer