Augsburger Startup entwickelt Korrosionssonden für Großfeuerungsanlagen

Um der Corrmoran GmbH, einer Ausgründung der Universität Augsburg, die auf die Analyse des Korrosionsangriffs in Müllverbrennungsanlagen spezialisiert ist, den Start auf dem Markt zu erleichtern, beteiligen sich der High-Tech Gründerfonds und der Seedfonds Bayern an den in größerem Umfang erforderlichen Anfangsinvestitionen.

„Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung und betrachten Sie zugleich als Vertrauensbeweis für die Erfolgsperspektiven und die Zukunftsfähigkeit unseres Produkts“, so der Corrmoran-Geschäftsführer Dr. D. Schrupp-Heidelberger.

Die Korrosion von Wärmetauschern ist einer der Hauptgründe für den begrenzten energetischen Wirkungsgrad und für hohe Wartungskosten von Großfeuerungsanlagen, speziell von Müllverbrennungsanlagen. „Die von Corrmoran entwickelte Korrosionssonde verspricht einen hohen Mehrwert und eine deutliche Kostenreduktion für die Betreiber von Großfeuerungsanlagen, und wir sind überzeugt, dass das kompetente Managementteam diese Technologie erfolgreich in den Markt bringen kann“, so Andreas Quauke, Analyst beim High-Tech Gründerfonds.

Die Wissenschaftler am Augsburger Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg, die nun den Kern der Firma Corrmoran bilden, haben den Prototyp für eine stabförmige Sonde entwickelt, die es ermöglicht, den Korrosionsangriff in der Anlage bei laufendem Betrieb online zu verfolgen. Sie liefert wichtige Erkenntnisse über die zeitlichen Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und diesem Korrosionsangriff, aus denen sich hinsichtlich des Wirkungsgrads und der Wartungskosten wertvolle Informationen für Anlagenbauer und -betreiber ableiten lassen.

Die Sonde ist das Ergebnis eines mittlerweile abgeschlossenen AMU-Projekts zur Charakterisierung und Analyse der Beläge und des Korrosionsangriffs an Wärmetauschern in Müllverwertungsanlagen, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz im Rahmen der EU-Strukturförderung für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert worden war.

„Unser Konzept stieß in Fachkreisen frühzeitig auf großes Interesse, nachdem die Korrosion nach wie vor eines der belastendsten Probleme ist, mit denen Müllverbrennungsanlagen sowohl unter dem Aspekt der Energieeffizienz als auch mit Blick auf den Wartungsaufwand konfrontiert sind“, berichtet Prof. Dr. Ferdinand Haider. Er ist wissenschaftlicher Beirat der Corrmoran GmbH. Der Name der Firma steht für „CORRosion MOnitoring and ANalysis“. Sie wurde als SpinOff der Universität Augsburg im April 2008 gegründet, um den am AMU als Forschungssonde konzipierten Prototypen weiterzuentwickeln und eine industriell anwendungsfähige Version anbieten zu können. „Ausschlaggebend für diesen Schritt waren die häufigen Nachfragen von Anlagenbauern und -betreibern nach Korrosionsmessungen, die uns das Marktpotenzial der Sonde sehr deutlich gemacht haben“, so Schrupp-Heidelberger, der die Firma gemeinsam mit Dr. B. Waldmann und B. Stöcker gegründet hat.

Mittlerweile wird die Corrmoran-Sonde in einer Reihe von Anlagen nicht nur in Deutschland sondern auch im europäischen Ausland erfolgreich eingesetzt. „Bislang bieten wir Unternehmen aus dem Bereich der Abfallverbrennung Messungen mit unserer Sonde als Dienstleistung an, ab 2010 werden wir die Sonde auch als käufliches Produkt vertreiben“, kündigt Frau Dr. Barbara Waldmann, CMO der Corrmoran GmbH, an und meint: „So oder so helfen wir unseren Kunden, den Betrieb ihrer Anlagen sicherer und energieeffizienter zu machen.“

Die Gründung der Firma und die Weiterentwicklung der Forschungssonde zur Anwendungsreife wurden durch das EXIST-Gründerstipendium ermöglicht. Der Übergang vom theoretischen Geschäftsplan zur realen Gründung konnte durch die Unterstützung der Universität Augsburg erreicht werden, die Räume und Infrastruktur bereitgestellt hat. „Ganz wichtig für uns war aber auch die wissenschaftliche Beratung insbesondere durch die Professoren Ferdinand Haider und Siegfried Horn von den Lehrstühlen für Experimentalphysik I und II“, betont Schrupp-Heidelberger und meint weiter:

„Ohne die kompetente Beratung der Firma Enthart Consulting in den Fragen der Finanzierung, Unternehmensführung und bei der Erstellung eines Businessplans, wäre die am Anfang gesetzten Ziele wohl kaum zu erreichen gewesen“.

Ausschlaggebend für den nächsten Schritt, den erfolgreichen Markteintritt des Unternehmens, hält der Corrmoran-Geschäftsführer den jetzt vollzogenen Einstieg des High-Tech Gründerfonds und des Seedfonds Bayern: „Um die zahlreichen Kundennachfragen bedienen zu können, sind größere anfängliche Investitionen notwendig. Mit dem High-Tech Gründerfonds und dem Seedfonds Bayern haben wir zwei starke Partner gewinnen können, deren Unterstützung es ermöglicht, jetzt den Markteintritt und den Ausbau der Firma schnellstmöglich zu vollziehen.“ „Es freut uns, dass wir mit Corrmoran wieder zur Gründung eines erfolgversprechenden, bayerischen Start-Up-Unternehmens aus dem High-Tech-Bereich und damit zur Schaffung von qualifizierten, nachhaltigen Arbeitsplätzen im Raum Augsburg beitragen konnten“ so Brigitte Linseis, Beteiligungsmanagerin bei Bayern Kapital.

Kontakt:

Corrmoran GmbH
Sommerstr. 6
86179 Augsburg
Tel.: +49 821 598 3589
Fax: +49 821 598 3599
E-Mail: info@corrmoran.de
http://www.corrmoran.com
Anhang I: Der High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die viel versprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung von bis zu 500.000 Euro sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „proof of concepts“ oder zur Markteinführung führen. Der High-Tech Gründerfonds verfügt über ein Fondsvolumen von rund 272 Mio. Euro. Investoren der Public-private Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die sechs Industriekonzerne BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch, Daimler und Carl Zeiss.

Kontakt:

High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn
Tel: +49 228 – 965685-00
Fax: +49 228 – 965685-50
E-Mail: info@high-tech-gruenderfonds.de
Anhang II: Der Seedfonds Bayern
Der Seedfonds Bayern besteht seit 2003, ist mit insgesamt 22 Mio. Euro für die Finanzierung von neu gegründeten technologieorientierten Unternehmen in Bayern ausgestattet und steht als regionaler Ansprechpartner zur Verfügung. Er wird von Bayern Kapital gemanagt, die 1995 auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung im Rahmen der „Offensive Zukunft Bayern“ errichtet wurde, um insbesondere junge innovative bayerische Unternehmen mit Beteiligungskapital auszustatten. Bisher hat Bayern Kapital rund 138 Mio. Euro in mehr als 170 innovative High-Tech-Unternehmen investiert. Bayern Kapital betreut derzeit insgesamt fünf Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rd. 190 Mio. Euro.

Kontakt:

Bayern Kapital GmbH
Ländgasse 135 a
84028 Landshut
Tel: +49 871 92325-0
Fax: +49 871 92325-55
E-Mail: info@bayernkapital.de

Media Contact

Klaus P. Prem idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neuer Algorithmus klassifiziert Hautkrankheiten

Deep-Learning-Algorithmus mit verbesserter Diagnosegenauigkeit Dermatologinnen und Dermatologen klassifizieren Hautkrankheiten in der Regel auf der Grundlage mehrerer Datenquellen. Algorithmen, die diese Informationen zusammenführen, können die Klassifizierung unterstützen. Ein internationales Forschungsteam hat…

Lösungen für das Laserauftragschweißen

Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen und die TRUMPF Laser- und Systemtechnik GmbH aus Ditzingen haben eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Sie wollen die Zusammenarbeit im Bereich Laserauftragschweißen intensivieren und den…

Weltweit größtes Fischbrutgebiet in der Antarktis entdeckt

Forschende weisen etwa 60 Millionen Nester antarktischer Eisfische auf 240 Quadratkilometern im Weddellmeer nach. Nahe dem Filchner-Schelfeis im Süden des antarktischen Weddellmeers hat ein Forschungsteam das weltweit größte bislang bekannte…

Partner & Förderer