Windanlagenbau vor Langzeit-Hoch

„Die internationalen Märkte für Windenergie werden auf hohem Niveau boomen und den Unternehmen langfristig kalkulierbar gute Perspektiven bieten“, erklärte Bernd Neddermann, Forschungsleiter beim Deutschen Windenergie-Institut (Dewi), bei Präsentation der Studie, die die im September 2008 stattfindende Messe Husum Windenergie in Auftrag gegeben hatte. Am stärksten werden die Kapazitäten in Südostasien, China und den USA ausgebaut.

Hoher Ölpreis treibt Windanlagenbau voran

„Der Haupttreibstoff dieser Entwicklung ist der steigende Rohölpreis“, erklärte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Die Preisschere zwischen erneuerbaren und konventionellen Energien werde sich „schneller schließen als erwartet“.

Für Deutschland prognostiziert das Dewi bis 2012 ein Gesamtinstallationsvolumen von 31800 MW. Davon werden 28000 MW onshore und rund 3800 MW offshore erwartet. In großem Stil werde der Bau von Offshore-Anlagen erst ab 2013 oder 2014 erfolgen.

Dann werde auch das Repowering in Fahrt kommen, weil nach 12 bis 15 Betriebsjahren Modernisierungsinvestitionen bei den Windanlagen der ersten Generation anstünden. Bis 2017 wird es laut Dewi zu einer installierten Gesamtleistung von 44000 MW kommen, davon 32500 MW an Land und 11500 MW in der Nord- und Ostsee.

Der deutsche Anteil am Weltmarkt wird, so die Dewi-Projektion, in den nächsten 10 Jahren von 8% auf 3,5% sinken. „Wir wollen keinen Weltmarktanteil von 20%, aber eine Größe, bei der es sich lohnt, aktiv zu sein“, erklärte Thorsten Herdan, Geschäftsführer des Herstellerverbandes VDMA Power Systems.

Übervolle Auftragsbücher belasten Windanlagenbauer

Der jetzt einsetzende Boom hat die Windenergie-Branche nach Aufs und Abs in den vergangenen 10 Jahren in Deutschland in gewisser Weise überrumpelt. „Die aktuelle Situation ist durch übervolle Auftragsbücher geprägt und den Versuch, sie abzuarbeiten“, so das Fazit von Thorsten Herdan. Die Unternehmen müssten vor allem Probleme hinsichtlich der Beschaffung von qualifiziertem Personal und knappem Material lösen.

Dass in den nächsten zehn Jahren mit Wachstumsraten von 20% zu rechnen sei, gebe die erforderliche Planungssicherheit. Wichtige Themen seien auch Qualität und Qualitätssicherung.

Von der Politik erwartet die Branche eine zügige Umsetzung der EEG-Novelle. Der vorgesehene Vergütungssatz (7,95 Cent/kWh) sollte wegen der gestiegenen Rohstoff- und Materialkosten allerdings angehoben werden. Außerdem sollten klare Instrumente geschaffen werden, um das Repowering-Geschäft endlich in Schwung zu bringen.

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Gerwin Klinger MM MaschinenMarkt

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