Mobiles Plasmaschneidgerät arbeitet mit Flüssigkeit und verringert die Emissionen

Mit innovativer Technik wie dem Plasmaschneidsystem Transcut kann der Schlosserei- und Stahlbaubetrieb Schumann in Koblenz die hohen Anforderungen an Produktivität und Flexibilität erfüllen. Neben der besonders hohen Umweltfreundlichkeit hat das System zwei weitere wesentliche Vorteile: Die Arbeitsumgebung wird beim Schneiden nicht von Metall-, Staub- und sonstigen Emissionen belastet und die Schnittflächen müssen weniger nachgearbeitet werden.

Das kompakte Schneidgerät arbeitet mit Flüssigkeit statt mit Druckluft oder Gas als Ausgangsmedium. Deshalb entfallen die sonst erforderlichen großen Behältervolumen, Kompressoren oder unmittelbare Versorgungsanschlüsse. Das Plasmaschneidsystem ist dadurch sehr mobil und flexibel einsetzbar – auch auf Baustellen, bei Montagearbeiten vor Ort oder im Rettungseinsatz.

Der im Jahr 2005 gegründete Schlosserei- und Stahlbaubetrieb hat 21 Mitarbeiter und produziert unter anderem Maschinenfundamente, die für Fertigungsmaschinen in der Automobilzulieferindustrie im In- und Ausland verwendet werden. Hinzu kommen Schutzkabinen, Maschinenabdeckungen und -verkleidungen sowie Gestelle für Roboteranlagen. Das Koblenzer Unternehmen stellt diese für einen Zulieferer des Flugzeugherstellers Boeing und für andere Industriekunden her.

Zur Kundenorientierung gehört auch das Ausrichten der betrieblichen Abläufe am Kriterium der Flexibilität. Deshalb setzt das Unternehmen zum Beispiel das Plasmaschneidverfahren Transcut ein. Damit lassen sich Werkstücke aus Stahl-, Messing-, Edelstahl- und verzinktem Blech von 1,5 bis 4 mm Dicke schneiden. Überall dort, wo komplexe Konturen genau, schnell und sauber ausgeschnitten werden müssen, nutzt Schumann das Schneidsystem des österreichischen Herstellers Fronius.

Plasmaschneidverfahren Transcut glänzt mit geringem Verbrauch

Anders als konventionelle Plasmaschneidtechniken arbeitet es mit einer Flüssigkeit auf Wasserbasis. Verglichen mit Druckluft oder Gasen verbrauchen Flüssigkeiten deutlich weniger Volumen je Masseeinheit.

Deshalb lässt sich, wenn das Medium in flüssiger Form vorliegt, im gleichen Rauminhalt mehr Masse speichern. Außerdem entfällt bei dieser Technik der Anschluss an stationäre oder mobile Erzeugungs- und Versorgungssysteme. Statt dessen ist Transcut 300 mit einem Tank für das Medium ausgerüstet. Der Betreiber kann mit Kartuschen nachfüllen.

Als einer der ersten Anwender ist Metallbau Schumann von den Vorteilen des Systems überzeugt. Denn im Vergleich zu konventionellen Plasmaschneidtechniken kann das kompakte Gerät deutlich mobiler, flexibler und einfacher eingesetzt werden – zum Beispiel auf Baustellen und bei Reparatur- und Montagearbeiten.

Vor allem beim Kundendienst ist man flexibel und beweglich. Vor Ort ist die Ausrüstung schneller einsatzbereit, weil der Transport und das umständliche Aufbauen von Gasflasche oder Kompressor entfallen. Es wird lediglich ein normaler 230-V-Stromanschluss benötigt.

Qualmwolken und Dämpfe werden deutlich reduziert

Bei kleineren Stückzahlen, wie sie bei Schumann verarbeitet werden, bewährt sich die Transcut-Technik als besonders wirtschaftlich. Das System ist außerdem viel emissions- und schadstoffärmer als die traditionellen Plasma- oder gar Flex-Techniken. Lästige Staub- und Qualmwolken oder schädigende Dämpfe entfallen oder sind auf ein Minimum reduziert. Herstellerangaben werden beim Arbeiten mit dem Plasmaschneidsystem bis zu 90% weniger Schadstoffe emittiert.

Dies wird in der Anwendung bei Schumann bestätigt: Beim Trennen von Messingblech entsteht kein Nebel mehr; die Umgebungsluft unterscheidet sich nicht von der übrigen Raumluft. Das Schneidwerkzeug hinterlässt kaum Oxidverschmutzungen.

Das wirkt sich auch beim anschließenden direkten Schweißen vorteilhaft aus, besonders bei anspruchsvollen Arbeiten mit CrNi-Stählen. Das Material wird außerdem nicht spröde und die bei anderen Trennverfahren notwendigen Polier- und Schleifarbeiten entfallen bei der Transcut-Technik weitgehend. Zunder oder Patina bilden sich kaum.

Bei der Arbeit mit dem Schneidwerkzeug ist auch der gefährliche Funkenflug praktisch vernachlässigbar. Zudem ist das Plasmaschneidgerät so wartungsarm, dass es nur etwa alle drei Monate gereinigt werden muss.

Horst Schumann ist Inhaber der Metallbau Schumann GmbH, 56070 Koblenz

Ansprechpartner für Medien

Horst Schumann MM MaschinenMarkt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau

Der Maschinenbau ist einer der führenden Industriezweige Deutschlands. Im Maschinenbau haben sich inzwischen eigenständige Studiengänge wie Produktion und Logistik, Verfahrenstechnik, Fahrzeugtechnik, Fertigungstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik und andere etabliert.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Automatisierungstechnik, Bewegungstechnik, Antriebstechnik, Energietechnik, Fördertechnik, Kunststofftechnik, Leichtbau, Lagertechnik, Messtechnik, Werkzeugmaschinen, Regelungs- und Steuertechnik.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroschwimmer lernen effizientes Schwimmen von Luftblasen

Forscher am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation zeigen, dass das Geheimnis des optimalen Mikroschwimmens in der Natur liegt: Ein effizienter Mikroschwimmer kann seine Schwimmtechniken von einem unerwarteten Mentor erlernen: einer…

Neue antimikrobielle Polymere als Alternative zu Antibiotika

Neue Emmy Noether-Gruppe der Universität Potsdam forscht gemeinsam mit Fraunhofer IAP Am 1. Januar 2021 nahm die neue Emmy Noether-Gruppe »Antimikrobielle Polymere der nächsten Generation« an der Universität Potsdam in…

Besser gebündelt: Neues Prinzip zur Erzeugung von Röntgenstrahlung

Göttinger Physiker entwickeln Methode, bei der Strahlen durch „Sandwichstruktur“ simultan erzeugt und geleitet werden. Röntgenstrahlung ist meist ungerichtet und schwer zu leiten. Röntgenphysiker der Universität Göttingen haben eine neue Methode…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen